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Spirits, Medizinräder und indianische Trommeln:
Eine Kaarster Schamanin erklärt die traditionelle Heilkunst

Eine Kaarster Schamanin erklärt die traditionelle Heilkunst
FOTO: Hanna Loll
Trommelreisen, um physische und psychische Krankheiten zu heilen, Krafttiere, die einen durch das Leben begleiten und Kraftorte mit heilender Wirkung – mancher mag darüber schmunzeln, doch für immer mehr Menschen wird der Schamanismus ein wichtiger Zufluchtsort. Ursula Schaffer, gebürtige Kaarsterin, ist als Schamanin und energetische Heilerin für Mensch und Tier tätig. Dem Magazin "Kaarster Leben" erzählt sie, was es mit der uralten traditionellen Heilkunst auf sich hat.

"Wir Schamanen sind uns sicher, dass jeder Teil der Erde beseelt ist", erklärt die 53-jährige Ursula Schaffer. "Menschen und Tiere, aber auch Steine, die Erde und das Wasser – alles hat eine Seele, eine bestimmte Energie." Und die will sich die Schamanin zunutze machen, wenn ihre Klienten sich Hilfe suchend an sie wenden. Die unterschiedlichsten Gründe treiben die Menschen zu Ursula Maria, wie sie sich als Schamanin nennt – von Depressionen und Burnout-Syndrom über chronische körperliche und geistige Erkrankungen bis hin zu Personen, die mehr über sich selbst oder einfach über den Schamanismus erfahren möchten. Die Kaarsterin selbst hat bei verschiedenen indigenen Völkern und Schamanen gelernt, doch ihr größter Lehrmeister war ihr eigenes Leben. "Ich könnte niemandem helfen, wenn ich nicht selbst schon Tiefpunkte in meinem Leben erlebt und gemeistert hätte", ist sie sich sicher. "Wie kann ich jemanden auf seinem Weg zur Heilung unterstützen, wenn ich nie selbst am Boden war, nicht weiß, wie sich das anfühlt?" Ihr "schamanischer Weg", wie sie ihre berufliche Laufbahn nennt, begann schon in frühester Kindheit mit Krankheiten und persönlichen Rückschlägen, an denen sie wuchs. Seit 1996 ist sie als energetische Heilerin tätig, hilft seither Menschen und Tieren in körperlicher und psychischer Not.

"Natürlich ersetzt eine Behandlung bei mir keinen Arzt und ich würde mich auch nie gegen einen medizinischen Rat aussprechen", versichert die 53-Jährige. Was sie bietet, ist eine individuelle begleitende Behandlung – auf drei Ebenen. "Ein Schamane behandelt für die Heilung immer den Körper, die Seele und den Geist", weiß Ursula Maria, "denn wenn jemand krank ist, sei es physisch oder psychisch, betrifft die Krankheit immer alle drei Ebenen." So liegt auch die schamanische Definition des Wortes nah: Eine Krankheit ist ein Ungleichgewicht zwischen den drei Instanzen. Wendet sich ein Klient an die Kaarsterin, kommt es zunächst zu einem intensiven Gespräch. Schon währenddessen steht Ursula Maria nach eigenen Angaben in Kontakt zu ihren Spirits – verschiedene Geistwesen und Ahnen, mit denen Schamanen arbeiten. "Von den Spirits werde ich dann zu den Lösungsansätzen geführt, sie helfen mir, den Klienten auf den Weg der Heilung zu bringen", sagt sie. Dann beginnt die praktische Arbeit: "Es gibt verschiedene Rituale und Zeremonien, die zum Teil in der Natur stattfinden müssen, am besten an einem Kraftort", verrät die Kaarster Schamanin. Ein etwas anderer Behandlungsansatz ist beispielsweise die Trommelreise. Ursula Maria führt zunächst ein Gespräch mit dem Klienten.

FOTO: Hanna Loll

Er schildert sein Problem – sofern er es benennen kann – und dann geht die Reise los: Mit einer indianischen Trommel singt die Schamanin und erzeugt rhythmische Klänge, die sie in einen tranceartigen Zustand versetzen sollen. "Jede Körperzelle reagiert auf die Resonanz der Trommel", meint sie. "Die Zellen entspannen sich und orientieren sich neu." Auf diese Weise reise sie in die Anderswelt, in der sie mit Hilfe der Geistwesen Hinweise und Ansätze für die Lösung des Problems finde. "Wenn der Klient dabei selbst etwas sieht oder empfängt – umso besser", erklärt Schaffer. "Der eigene Kanal ist natürlich am besten geeignet, um den persönlichen Problemen auf die Spur zu kommen." Auch Flötenklänge helfen ihr dabei, den Heilungsweg einzuleiten. Überbelasteten Menschen mit einer Menge Stress und vielen schlaflosen Menschen helfe häufig eine schamanische Massage, damit der Körper zur Ruhe komme. Erst dann beginne die 53-Jährige mit der tiefen, schamanischen Arbeit.

Ein Problem, dass der Kaarsterin bei ihrer schamanischen Arbeit sehr häufig begegne, sei der sogenannte "Seelenverlust". "Durch Schocksituationen oder Traumata, sei es psychischer oder physischer Natur, kann sich ein Stückchen der Seele abspalten", erzählt die Schamanin. "Viele wissen gar nicht, woher ihr Problem rührt und wissen nicht so recht damit umzugehen – auf einer Reise in die Anderswelt begegnen mir die abgespaltenen Seelenteile, die ich dann wieder mit dem 

Rest der Seele verbinden kann." In einem Nachgespräch erklärt Schaffer ihrem Klienten dann, was ihr in der Anderswelt begegnet sei und wie das Problem auch auf lange Sicht gelöst werden könne.

"Was ich mit meiner Arbeit tun kann, ist Geschenke machen", freut sich die Kaarsterin. "Ich kann Menschen helfen, die weder aus noch ein wissen. Das macht mich sehr froh. Der bewegendste Moment, den ich auf meinem schamanischen Weg bisher erlebt habe, fand eigentlich gleich zu Beginn statt. Ich besuchte ein Seminar, der Schamane, der es leiten sollte, war noch nicht da. Da begann eine junge Frau zu weinen und konnte nicht mehr aufhören. Das habe ich mir nicht lange angesehen, ich habe zu meiner Trommel gegriffen und ein indianisches Heilungslied für sie angestimmt", lächelt Ursula Maria. "Wir kannten uns nicht, hatten uns noch nie gesehen. Aber die junge Frau hörte auf zu weinen, stand auf und lachte. Dann kam sie zu mir, umarmte mich und sagte: ,Ich danke Dir'. Den Rest des Nachmittags war sie total fröhlich. Diese Situation hat mich sehr berührt. Es ist großartig zu sehen, wie viel ich durch ein einziges Lied bewirken kann."

Eine schamanische Behandlung ist sicher nicht für jeden das Richtige – Rationalisten würden sagen, dass diese indianischen Heilmethoden wissenschaftlich nicht belegbar sind.

Doch wer seinen Geist öffnet und Spiritualität zulässt – der könnte vom Schamanismus noch richtig überrascht werden.

Nach einigen Jahren, in denen sie überwiegend in Hinte lebte und arbeitete, ist sie nun zurück in Kaarst. Ihre Spirits sagten ihr, dass sie in ihrer Heimat eine Aufgabe zu erfüllen hat...

Wer mehr über Ursula Maria und ihre Arbeit erfahren möchte, findet im Internet unter

www.energetik-institut.de mehr Informationen.

Erreichen können Sie sie unter Tel. 0163/6 73 35 02 oder per Mail an info@energetik-institut.de