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Seniorenbeirat: „Wir wollen noch mehr Bürgernähe schaffen“

Seniorenbeirat: „Wir wollen  noch mehr Bürgernähe schaffen“
FOTO: Stadt Kaarst
Kaarst. Rund 13.000 Bürger durften vor einem halben Jahr den Seniorenbeirat der Stadt Kaarst wählen. "Die Wahlbeteiligung war mit 54 Prozent höher als bei der Bürgermeister-Wahl", macht der Seniorenbeirats-Vorsitzende Josef Johnen deutlich, "welch hohen Stellenwert unsere Einrichtung in der Bevölkerung hat." Was hat das neue Gremium in der Zeit nach der Wahl bewegen können? "Kaarster Leben" hat nachgefragt. Von Rolf Retzlaff

"Eins unserer wichtigsten Projekte ist die Einrichtung von wohnortnahen Sprechstunden", weiß Johnen. An sechs Standorten in fast allen Stadtteilen – Driesch ist Büttgen zugeteilt – stehen die gewählten Vertreter des Seniorenbeirats den Bürgern für Fragen zur Verfügung. Da geht es um die verschiedensten Themen: von der Wohnungssuche bis zur Neuordnung ambulanter Pflege nach einem Umzug. "Auch Fragen zum Hausnotruf werden immer wieder gestellt", so Karin Neumann, Mitglied des Seniorenbeirats. Und ihre Kollegin Anna Elisabeth Pöggeler verweist auf die wichtige soziale Komponente: "Wir müssen mit den älteren Menschen kommunizieren und uns Zeit für sie nehmen."

In den dezentralen Angeboten sieht Johnen eine Ergänzung zur Arbeit des Seniorenbeauftragten der Stadt Kaarst, Hans-Dieter Schmitz: "Wir wollen noch mehr Bürgernähe schaffen, in unserem jeweiligen Bezirk die Anlaufstelle für die Bürger sein." Schnell und unbürokratisch soll geholfen werden, sollen kompetente Ansprechpartner vermittelt werden. Dies wollen die Mitglieder des Seniorenbeirates durch eine gute Vernetzung untereinander erreichen, aber auch durch Kontakte zu anderen Institutionen und Vereinen. So waren sie bereits zu Gast bei den Liberalen Senioren und der Senioren-Union. "Der Seniorenbeirat wird von der Politik ganz deutlich wahrgenommen", so Johnen.

Ein weiteres Ziel des Seniorenbeirates ist die generationenübergreifende Arbeit. "Für uns steht die Kommunikation zwischen Jung und Alt an erster Stelle", erklärt Johnen. So könne er sich zum Beispiel Kooperationen mit Schulen vorstellen.

Auch sollen öffentliche Informationsveranstaltungen angeboten werden. Der Anfang wurde in der vergangenen Woche auf Anregung von Seniorenbeiratsmitglied Cornelia Schlabbers mit einem Vortrag des Kriminalhauptkommissars Franz-Josef Rytlewski zur Kriminalitätsvorbeugung gemacht. Jetzt ist zum Beispiel ein Rollatortraining angedacht.

Apropos Training: Nach einigen Anregungen aus der Bevölkerung hat der Seniorenbeirat eine Eingabe an die Bürgermeisterin auf den Weg gebracht, in der er fordert, die Turnhalle an der Bussardstraße wieder dem Seniorensport zur Verfügung zu stellen, sobald für die zurzeit dort lebenden Flüchtlinge ein menschenwürdigeres Zuhause gefunden wurde.

Man merkt: Das neue Gremium will sich einmischen und mitgestalten. So bringen sich die Mitglieder auch beim Sozialplan Alter und dem Planungs- und Beteiligungsprozess zum Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept für die Innenstadt von Kaarst ein. Sie wollen sich für ein weiter lebens- und liebeswertes Kaarst einsetzen. Leben die Senioren denn gerne in unserer Stadt? Josef Johnen kennt die eindeutige Antwort: "Selbstverständlich! Nicht umsonst übertrifft die Altersdichte in Kaarst den Kreis- und Landesdurchschnitt."