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600 Jahre „Glaube, Sitte, Heimat“: das Jubiläumsjahr der Büttgener Schützen

600 Jahre „Glaube, Sitte, Heimat“: das Jubiläumsjahr der Büttgener Schützen
Von links: der Organisator des Bundesschützenfestes Siegfried Hämel, Schützenkönig Hubert V. Kallen und Brudermeister Ludger Heintz freuen sich auf ein besonderes Jahr. FOTO: Foto: Hanna Loll
Büttgen. Für Büttgen ist mit dem neuen Jahr ein ganz besonderes angebrochen. Im Jahr 1415, also vor genau 600 Jahren, wurde die St-Sebastianus-Schützenbruderschaft erstmals in einem Dokument erwähnt. Und das bedeutet für die Büttgener vor allem eines: Eine große Jubiläumsfeier muss her. Von Hanna Loll

Die Büttgener Schützen haben eine lange Tradition – auf 600 Jahre Bruderschaftsgeschichte blicken die Sebastianer stolz zurück. Brudermeister Ludger Heintz freut sich besonders auf das Festjahr: „600 Jahre wird die Bruderschaft jung. Ich bin der Meinung, dass besonders unser Motto ,Glaube, Sitte, Heimat’ die Bruderschaft jung hält. Mit Stolz über eine so lange Historie und mit Vorfreude auf die zahlreichen Feierlichkeiten können wir nun auf die kommenden Wochen und Monate blicken“, freut sich der 60-Jährige, der nun schon seit 35 Jahren Mitglied der Sebastianer ist.

Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, haben sich die Schützenbrüder neben der regulären Jahresveranstaltungen ein umfangreiches Jubiläumsprogramm überlegt. Rund zwei Jahre haben Heintz und seine Helfer überlegt, geplant und organisiert. Jetzt freut sich der Brudermeister, dass es endlich losgeht: „Natürlich war die Planung viel Arbeit, besonders neben dem Beruf. Doch in einer so schnelllebigen Zeit hat die Zahl ,600’ eine besondere Bedeutung, darauf sind wir stolz. Und deshalb hat die Organisation mir viel Spaß gemacht.“ Über das ganze Jahr verteilt warten zahlreiche Aktivitäten auf die Büttgener. Bereits am kommenden Samstag, 24. Januar, fällt der Startschuss. Mit einem speziellen Pontifikalamt zum Patronatstag, gestaltet von Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp, wird das Jubiläumsjahr um 18 Uhr offiziell eröffnet. Am 7. Februar versammeln sich die Bezirksdelegierten und am 21. Februar folgt der Bezirkseinkehrnachmittag. „Weitere Highlights im Jubiläumsjahr werden unter anderem die Ausstellung ,600 Jahre Schützenbruderschaft Büttgen’ im Juni und der Festkommers zum 600-jährigen Jubiläum im Festzelt am Kirmesplatz am 19. Juni sein. Das Thema des Abends lautet ,Kölsche Nacht in Büttgen’. Hier sind die vier Kölner Bands Kasalla, Querbeat, Rabaue und Vajabunde geplant“, freut sich der Brudermeister. In einem so bedeutenden Jahr will natürlich auch das Schützenfest gebührend gefeiert werden. Zu diesem Anlass wird Büttgen in diesem September Gastgeber für Tausende Schützen aus ganz Deutschland beim Bundesschützenfest sein. An allen drei Schützenfesttagen erwartet die Bruderschaft sage und schreibe 25.000 Gäste. Verantwortlich für die Organisation zeichnet Siegfried Hämel. „Am 6. Juni 2010 haben wir uns bereits um diese Ehre beworben und weil Ludger Heintz im Urlaub war, übernahm ich die Präsentation“, erzählt der 71-jährige zweite Brudermeister. „Ich gebe zu, da war ich ziemlich nervös. Bereits acht Tage später erhielten wir den Zuschlag und ich erklärte mich bereit, die Projektleitung zu übernehmen. Gemeinsam mit Rolf Kreuter, Wolfgang Benien, Georg Hämel und Bernd Klüber leitete ich die Planungen. Etwa 100 Schützen in neun Arbeitskreisen kümmerten sich um allgemeine Aufgaben, Gottesdienste, die Versorgung der Gäste, die Veranstaltungen und vieles mehr“, macht Hämel deutlich, dass die Ausrichtung des Bundesschützenfestes ein hartes Stück Arbeit ist. „Zum Glück sind mit mir drei der fünf Teilprojektleiter im Ruhestand, auf den Schultern berufstätiger Schützen könnte man die Planung nicht stemmen“, schmunzelt er. „Die vergangenen fünf Jahre waren schon ein Fulltime-Job für mich, aber ich hatte unglaublich viel Spaß und weiß, dass sich die Arbeit lohnt.“

Etwa 12.000 bis 13.000 Schützen aus ganz Deutschland ziehen am Schützenfestsonntag, 20. September, durch das Dorf. Auch gefeiert wird ordentlich: Am Freitagabend wartet die Bruderschaft mit einem großen Oktoberfest auf und bietet als besonderes Schmankerl den Auftritt der originalen „Augustiner Oktoberfest-Kapelle“, die am nächsten Tag zur Eröffnung der Münchener Wies’n spielen wird. Am Samstag findet im Festzelt dann ein großer Partyabend statt. Die Büttgener Schützen dürfen gespannt auf das Jubiläumsjahr sein. Einer freut sich natürlich ganz besonders: „In einem so bedeutenden Jahr Schützenkönig zu sein, macht mich stolz“, lächelt seine Majestät Hubert V. Kallen. „So eine Gelegenheit bekomme ich kein zweites Mal.“

(Kurier-Verlag)