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„Kaarster gegen Fluglärm“ sind sauer: „Wir werden Widerstand leisten!“

„Kaarster gegen Fluglärm“ sind sauer: „Wir werden Widerstand leisten!“
Über den Wolken... – hört man die Flieger kaum noch; doch in flughafennahen Städten wie Kaarst brausen sie über die Dächer der Häuser hinweg. FOTO: Foto: Tim Reckmann/pixelio.de
Kaarst. Auf der Homepage des Düsseldorf Airport liest man davon, dass nun die Weichen für die Zukunft des Airports gestellt seien. Werner Kindsmüller von der Initiative „Kaarster gegen Fluglärm“ spricht allerdings von „unsinnigen Plänen“. Der Grund dieser Meinungsverschiedenheit: Der Flughafen Düsseldorf hat am Freitag mitgeteilt, den Antrag auf Erweiterung der Betriebsgenehmigung auf den Weg gebracht zu haben. Von Rolf Retzlaff

Nachdem die Flughafengesellschaft ihr Vorhaben im Juni 2013 öffentlich gemacht hatte, wurden die erforderlichen Unterlagen, Gutachten und Pläne nun bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht. „Damit ignoriert der Flughafen Düsseldorf den breiten Widerstand im Düsseldorfer Umfeld gegen diese unsinnigen Pläne“, ärgert sich Kindsmüller. Auch der Rat der Stadt Kaarst hatte am Donnerstag einstimmig einen Antrag aller Fraktionen verabschiedet, der diesen Vorstoß ablehnt. „Das Vorhaben des Flughafens einer geänderten Betriebsgenehmigung umfasst immer noch die Erhöhung der planbaren Flugbewegungen von 45 auf 60 Flugbewegungen pro Stunde in den Zweibahnstunden. Dies führt zu einer Steigerung der bereits unzumutbaren Belastung der Kaarster Bevölkerung durch Fluglärm“, heißt es in dem interfraktionellen Antrag. Auf lärmmindernde Maßnahmen gehe der Flughafen nach wie vor nicht ein. Stattdessen sei auch bei diesem Antrag damit zu rechnen, dass die Verspätungen und damit die Nachtflüge erheblich zunehmen würden. Die Landesregierung solle sich nachdrücklich für eine Verschärfung der Gebühren für verspätete Starts und Landungen einsetzen, um diese wirtschaftlich unattraktiv zu gestalten. Die Ratspolitiker beauftragten die Verwaltung, sich weiterhin in dem Aktionsbündnis der fluglärmbetroffenen Städte zu engagieren und im Schulterschluss mit den Fluglärmschutzinitiativen alle politischen und juristischen Maßnahmen zu ergreifen, um die geplante Kapazitätserweiterung zu verhindern. „Wir werden Widerstand leisten!“, gibt sich Werner Kindsmüller kämpferisch. Durch Kooperation und eine sinnvolle Arbeitsteilung mit den Flughäfen Mönchengladbach und Weeze sowie dem Flughafen Köln/Bonn könne ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Region und zur Diversifizierung der Belastungen in diesem verdichteten Siedlungsgebiet geleistet werden. „Die gesundheitliche Belastung der Menschen durch Fluglärm und die Beeinträchtigung der Lebensqualität im Bereich der Flugzonen hat sich seit 2005 insbesondere durch eine extreme Ausweitung der Flugbewegungen in den Abend- und Nachtstunden erheblich erhöht. Während die Zahl der Flugbewegungen weitgehend konstant geblieben ist, hat sich die Zahl der Starts und Landungen nach 22 Uhr um fast 50 Prozent erhöht!“, so Kindsmüller. Seine Forderung: „Wir erwarten deshalb vom Verkehrsminister im bevorstehenden Planfeststellungsverfahren nicht nur eine Nichtgenehmigung des Antrags sondern auch eine Begrenzung der Start- und Landezeiten auf den Zeitraum von 6 bis 22 Uhr.“

(Kurier-Verlag)