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Alle Ratsfraktionen wollen eine Bürgerversammlung

Alle Ratsfraktionen wollen eine Bürgerversammlung
irekt am St.-Eustachius-Platz soll nach Beschluss des Jugendhilfeausschusses das Jugendzentrum entstehen. FOTO: Foto: R. Retzlaff
Kaarst. Jetzt ziehen die Ratsfraktionen an einem Strang – wenn auch mit unterschiedlichen Zielen: Nachdem die CDU einen Antrag gestellt hatte, im Rahmen einer Bürgerversammlung die Standortfrage des Jugendzentrums in Vorst zu diskutieren, hat jetzt auch das Fünferbündnis (SPD, Grüne, FDP, Zentrum und UWG) eine entsprechende Eingabe zur Ratssitzung am 27. August eingereicht. Von Rolf Retzlaff

Zurzeit seien die Vorüberlegungen über einen möglichen Investor und eine endgültige Form der baulichen Umsetzung des Vorhabens noch nicht abgeschlossen. Der Jugendhilfeausschuss hatte im November den Standort in der Ortsmitte beschlossen – nach einem Beteiligungsverfahren, welches im Mai unter Beteiligung der ortsansässigen Vereine, unter anderem auch den Vorster Schützen, Verbänden, jugendlichen Schülern und dem Stadtjugendring durchgeführt wurde. „Von den Vorster Jugendlichen entschieden sich 55,3 Prozent für die neue Ortsmitte, 32 Prozent für das Pfarrzentrum und nur 15,3 Prozent votierten für ein Jugendzentrum an der Grundschule“, erläutert das Fünferbündnis. Doch gerade letzteren Standort bevorzugen die CDU und die aus der Anwohnerschaft gegründete Bürgerinitiative „pro Jugendzentrum Vorst“, die zurzeit Unterschriften für die Realisierung des Bauvorhabens an der Grundschule statt direkt am St.-Eustachius-Platz (gegenüber des Ärztehauses) sammelt.

Den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses sei es wichtig, dass sich das Jugendzentrum zum Eustachius-Platz öffne, um der aufsuchenden Jugendarbeit, das heißt dem Heraustreten aus der Einrichtung und dem Kontakt mit den sich unter anderem auf dem Spielplatz aufhaltenden Jugendlichen, Raum zu geben, so das Fünferbündnis. So könne auch eine soziale Kontrolle gewährleistet werden.

„Es zeigt sich, dass die Bürgerschaft in Vorst bereits jetzt in eine lebhafte, zum Teil sehr kontroverse Diskussion eingetreten ist, deren Ursachen im Wesentlichen eine befürchtete Beeinträchtigung sowohl der Anlieger als auch des Schützenwesens sind, die auf unterschiedlichen Nutzungsvorstellungen einer Jugendeinrichtung basieren“, heißt es in dem Antrag der fünf Parteien.

Jetzt soll die Verwaltung beauftragt werden, noch in der zweiten Septemberwoche eine Bürgerversammlung durchzuführen, auf der die städtebaulichen Ziele des derzeit gültigen Bebauungsplans diskutiert werden können.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)