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Bürger sorgen sich um die Zukunft „ihrer“ Stadtmitte

Bürger sorgen sich um die Zukunft „ihrer“ Stadtmitte
Weniger Verkehr und Tempo 20 auf der Maubisstraße – das sind Ziele, die Manfred Stranz (links) und Dieter Christoph erreichen wollen. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Die Kaarster Stadtmitte wird in den kommenden Jahren ihr Erscheinungsbild nachhaltig verändern. Das Fünfer-Bündnis von SPD, Grünen, FDP, UWG und Zentrum fordert ein integriertes Handlungskonzept (wir berichteten). Nach dem Artikel im Kaarster Stadtspiegel meldet sich die Initiative Stadtmitte Kaarst zu Wort. Sie fordert das Einberufen eines „Runden Tischs“. Und auch die CDU will die Entwicklung des Masterplans Stadtmitte mit Druck voran treiben. Von Rolf Retzlaff

Eigentlich wollen alle das selbe: eine funktionierende Stadtmitte, in der es sich gut leben lässt, die von den Bürgern gerne besucht wird. Manfred Stranz und Dieter Christoph von der Initiative Stadtmitte Kaarst begrüßen das Bestreben der Ratsparteien: „Es ist gut, dass die Politik in der Stadtmitte etwas gestalten will“, sind sich die beiden einig. Sie schlagen die Gründung eines „Runden Tischs“ vor, an dem unter anderem Vertreter aus Bürgerschaft, Politik, Wirtschaft, Einzelhandel, Schulen und Kirchen Platz nehmen sollten. Gerne würden sich die Bürger der Initiative Stadtmitte einbringen. Auch das Durchführen von Workshops schlagen sie vor. „Wir brauchen en schlüssiges Gesamtkonzept“, sagt Manfred Stranz. Ein Ziel: „Der Verkehr muss möglichst aus der Innenstadt heraus gehalten werden“, so Christoph. Die Initiative schlägt zum Beispiel den Bau eines Parkhauses im Bereich des Pestalozzi-Parkplatzes vor; dies könne eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs auf der Alten Heerstraße und Maubisstraße bewirken.

Die Bürger sorgen sich um die Zukunft „ihrer“ Stadtmitte, möchten konstruktive Anregungen zu einem Gesamtkonzept geben. Der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph lobt dieses Engagement. „Unser Ziel ist es, dass noch in diesem Jahr mit konkreten Arbeiten an einem ,Masterplan Innenstadt’ begonnen wird, für den es wichtig ist, dass er unter größtmöglicher Einbindung der örtlichen Akteure und interessierten Bürger entwickelt wird“, sagt Rainer Milde, Mitglied der CDU im Planungsausschuss. Er erinnert daran, dass auf Antrag der CDU-Fraktion bereits 2014 Haushaltsmittel für die Erstellung des Masterplans eingestellt worden seien. Wiederum auf CDU-Antrag sei der Beitritt Kaarsts zum Netzwerk Innenstadt beschlossen worden. Der Zusammenschluss von rund 80 Kommunen aus NRW, soll gemeinsam an überall ähnlich gelagerten Problemen arbeiten und Erkenntnisse nutzbar machen.

„Leider sind weitere konkrete Schritte zur Verbesserung der Innenstadt, etwa die Beschaffung von Angeboten für ein Grünentwicklungskonzept oder die Aufstellung zusätzlicher Fahrradständer, von den übrigen Fraktionen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres blockiert worden“, kritisiert CDU-Chef Lars Christoph. Umso wichtiger sei es, nun konkret an die Arbeit zu gehen. Mit einem entsprechenden Antrag zur Sitzung des Stadtentwicklungs-, Planungs- und Verkehrsausschusses Mitte Februar will die CDU die Planungen für einen „Masterplan Stadtmitte“ weiter voranbringen.

Zu dem vom Fünfer-Bündnis ins Spiel gebrachten integriertem Handlungskonzept meint Rainer Milde: „Es ist schön, dass die anderen Fraktionen nun offenbar auch ihr Herz für die Stadtmitte entdeckt haben. Wäre dies früher passiert, könnten wir jetzt schon weiter sein. Aber späte Erkenntnis ist ja immerhin besser als dauerhafte Blockade. Für unsere Stadtmitte wäre dies zumindest zu wünschen.“

(Kurier-Verlag)