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Bürgerinitiative kämpft weiter gegen Doppelkonverter in Kaarst

Bürgerinitiative kämpft weiter gegen Doppelkonverter in Kaarst
So könnte der Doppelkonverter auf der Dreiecksfläcke in Kaarst zwischen A57, Bahntrasse und Landstraße aussehen. FOTO: Grafik: Amprion
Kaarst. Nachdem der Stromnetzbetreiber Amprion sich auf die „Dreiecksfläche“ in Kaarst und als Alternative auf ein Areal in Gohr eingeschossen hatte (wir berichteten), entbrannte eine hitzige Diskussion – und die soll jetzt erneut entfacht werden. Die Bürgerinitiative gegen den Konverter Kaarst/Büttgen/Bauerbahn fordert Amprion auf, nach den Bürgerinformationsveranstaltungen letzten Wochen in Gohr und Rommerskirchen auch die Kaarster Bürger zeitnah zu informieren. „Diesmal aber mit einem entsprechenden Vorlauf“, fordert Professor Dr. Jochen Thiel von der Bürgerinitiative. Bereits im Dezember hatte der Netzbetreiber in die Rathaus-Galerie eingeladen – allerdings erst einen Tag vor der Veranstaltung. „Es ist der Sache und der Aufklärung der Bürger nicht dienlich, Bürgerversammlungen erst 24 Stunden vorher einzuberufen. Ein derartiges Verhalten wird die Akzeptanz des Projektes sicher nicht erhöhen“, so Thiel. Er kritisiert unter anderem, dass der von Amprion kommunizierte Abstand der Dreiecksfläche zur geschlossenen Wohnbebauung von 1.300 Metern einer detaillierten Prüfung nicht stand halte. Je nach Standort des Konverters auf diesem Areal handele es sich hier um weniger als 1.000 Meter (Perleberger Straße). Thiel: „Der verbleibende Unterschied zu dem kommunizierten Abstand in Gohr von 800 Metern beträgt nicht einmal 200 Meter. Das rechtfertigt keine Änderung des Regionalplans, zumal sich in unmittelbarer Nähe der Dreiecksfläche Bürger und Unternehmen Von Rolf Retzlaff

angesiedelt haben, die auf die Gültigkeit des Regionalplans vertrauen.“

Die Initiative hat in den vergangenen Wochen verstärkt Aufklärungsarbeit geleistet. Das Resultat: „Viele Bürger aus dem Kaarster Norden haben sich der Initiative angeschlossen“, weiß Thiel, dass die Zahl der Konverter-Gegner in Kaarst stetig steigt. Jetzt will sich die Initiative in Kürze mit einer entsprechenden Petition an den Landtag wenden; diese wird zurzeit mit juristischer Unterstützung vorbereitet. „Wir bitten alle Kaarster und die Betroffenen in Neuss-Nord und Meerbusch um ihre Unterschrift“, sagt Thiel. Der Kaarster Stadtspiegel wird Sie über den Beginn der Unterschriftenaktion informieren. Weitere Infos unter

www.keinkonverterkaarstneuss.de.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)