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Brigitte Albrecht: ein Leben für mehr Inklusion und Miteinander Engagierte Kaarsterin wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt

Brigitte Albrecht: ein Leben für mehr Inklusion und Miteinander Engagierte Kaarsterin wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt
Brigitte Albrecht inmitten ihres Teams – so sieht sie sich am liebsten. Natürlich freute sie sich auch über Gratulanten wie Landrat Petrauschke (r.) Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (7.v.l.) und ihrem Vorgänger Franz-Josef Moormann, der das Kunstcafé viele Jahre wohlwollend begleitet und unterstützt hatte. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Am liebsten hätte sie „ihr Team“ nach vorne geschickt, doch gestern stand die bescheidene Frau im Mittelpunkt: Brigitte Albrecht, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Kunstcafés EinBlick an der Alten Heerstraße, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Von Rolf Retzlaff

„Es ist ein Symbol für die Achtung und Anerkennung, die Ihnen hier in Kaarst und über die Stadtgrenzen hinaus entgegen gebracht wird“, sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der ganz besonderen Feierstunde. Das Kunstcafé war bis auf den letzten Platz mit Gratulanten besetzt. Sie alle lauschten Pertrauschkes Laudatio, in der er die „Lebensleistung, die beileibe noch nicht abgeschlossen ist“, würdigte. Als Lehrerin an der Sebastianus-Förderschule des Rhein-Kreises in Holzbüttgen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung erstellte Albrecht als Kunstpädagogin das erste Medienkonzept der Schule. Seit ihrem Ruhestand im Jahre 2014 bietet sie noch ehrenamtlich eine Werk-AG für die Schüler an. In die Arbeit mit Menschen mit Behinderung habe Albrecht immer viel Kraft investiert, so Petrauschke. 2004 gründete sie gemeinsam mit Gleichgesinnten das integrative Kunstcafé EinBlick in der Kaarster Innenstadt. Hier finden Menschen mit Handicap einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildungsstelle. „Besonders wichtig waren und sind mir das Miteinander und die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung“, weiß Brigitte Albrecht. So organisierte sie auch gemeinsame Veranstaltungen wie Discoabende, Tanzkurse, Musikevents und Lesungen. Gemeinsam mit dem Kunscafé etablierte Albrecht das Atelier EinBlick, in dem Menschen mit und ohne Behinderung kreativ werden können.

„Das Kunstcafé EinBlick ist eine Begegnungsstätte der besonderen Art“, weiß Petrauschke, „es war das erste Integrationsprojekt in Nordrhein-Westfalen in privater Hand.“ Ein einmaliges Projekt, das in Kaarst Erfolgsgeschichte geschrieben hat. Das beweist auch die breit gefächerte Unterstützung aus der Bevölkerung, denn das Kunstcafé finanziert sich aus Spenden und Beiträgen des Fördervereins. So besteht bei Rewe Röttcher an der Neusser Straße die Möglichkeit, das Pfandgeld unkompliziert ans Kunstcafé zu spenden. Weitere Unterstützer sind unter anderem der Verein Eagles plus, Tischlermeister Sascha Hermans mit seinen Benefizaktionen und der Soroptimist Club Kaarst. Letzterer hat auch den Stein ins Rollen gebracht und Brigitte Albrecht für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. Die Auflistung der erfolgreichen, von Brigitte Albrecht mitinitiierten Projekte ließe sich beliebig verlängern. Sie organisiert und begleitet seit rund zehn Jahren Segelfreizeiten für Menschen mit Behinderung, wirkte bei der Veranstaltungsreihe „Region inklusiv(e) des Rhein-Kreises mit und veranstaltet seit 2015 alljährlich den Graffiti-Aktionstag „Spray Day“. Da war es nur eine Frage der Zeit, wann die engagierte Kaarsterin endlich mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wird. Trägerin des Landesverdienstordens ist sie übrigens bereits.

Rolf Retzlaff

Wer mehr über das Kunstcafé EinBlick erfahren oder es unterstützen möchte, erhält weitere Informationen unter

www.einblick-kaarst.de.

(Kurier-Verlag)