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CDU: maroden Ascheplatz in eine Sport- und Freizeitanlage umwandeln Was die Christdemokraten am Bruchweg planen+++So reagieren SPD und Grüne

CDU: maroden Ascheplatz in eine Sport- und Freizeitanlage umwandeln Was die Christdemokraten am Bruchweg planen+++So reagieren SPD und Grüne
Die Bundesliga-Floorballer der DJK Holzbüttgen sollen nach Plänen der CDU auf einer Sport- und Freizeitanlage am Bruchweg einen Freiluftplatz bekommen. FOTO: Foto: Philip Michaelis
Holzbüttgen. Erinnern Sie sich noch? Rakete 05 Holzbüttgen hatte dem Ascheplatz am Bruchweg bis 2010 Leben eingehaucht; seit der Auflösung des Fußballvereins ist auf dem in die Jahre gekommenen Gelände kaum noch ein Sportler zu sehen. Die CDU möchte das Areal aus dem Dornröschenschlaf wecken: „Hier könnte eine attraktive Sport-, Freizeit- und Naherholungsanlage entstehen“, weiß der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende. SPD und Grüne wollen dieses Vorhaben auf den Prüfstand stellen. Von Rolf Retzlaff

Der Sportstättenentwicklungsplan zeige, dass der Ascheplatz in seiner derzeitigen Nutzung nicht mehr benötigt werde, so Christoph. Ingo Kotzian, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und seit Juli Leiter des städtischen Sportausschusses, führt aus: „Uns schwebt vor, dass die Tennisabteilung der DJK Holzbüttgen eine Erweiterungsoption für einen weiteren Tennisplatz erhält. Zudem soll eine multifunktional nutzbare Spielfläche, die auch für den Trainingsbetrieb der Floorballabteilung der DJK Holzbüttgen geeignet ist, vorgesehen werden. Hierbei muss geprüft werden, ob eine Überdachung dieser Spielfläche möglicherweise sinnvoll ist.“ Entstehen könne diese Fläche zum Beispiel direkt neben dem bereits bestehenden „Fußballkäfig“, der erhalten bleiben soll, weiß Christoph. Auch sollten auf dem zu überplanenden Areal die für den Sportunterricht der Astrid-Lindgren-Schule notwendigen Einrichtungen wie Laufbahn und Sprunggrube angelegt werden. Christian Horn, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, macht einen weiteren Vorschlag: „Im Zuge des Neubaus der Kita an der Erftstraße ist die dortige BMX-Strecke weggefallen. Die Suche nach einem adäquaten Ersatzstandort hat sich bisher schwierig gestaltet. Wir können uns vorstellen, dass wir am Bruchweg einen sogenannten Pumptrack, das ist eine hochmoderne Mountainbikestrecke, als Ersatz realisieren.“ Möglicherweise sei auf der Fläche zudem noch Platz, darüber hinaus einen großen, zentralen Spielplatz für den Ortsteil Holzbüttgen zu realisieren, der mit den Spielplätzen in der Ortsmitte von Vorst oder an der Hubertusstraße in Büttgen vergleichbar sei und in einen parkähnlich gestalteten Grünbereich integriert werden könne.

SPD und Grüne hatten bereits 2015 ganz andere Pläne mit dem Grundstück: Sie beantragten eine Überplanung mit Geschosswohnungsbau. Und werden die beiden Parteien an diesem Vorhaben festhalten? „Wir werden uns am Montag in der Fraktion beraten. Auf jeden Fall werden wir genau nachforschen, inwiefern der Platz noch genutzt wird. Fest steht allerdings, dass seit Jahren in Holzbüttgen Bedarf an Freizeitmöglichkeiten besteht“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen.

Christian Gaumitz, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, will die Pläne für einen Wohnbebauung nicht verwerfen: „Es besteht hier eine optimale Anbindung an die Regiobahn“, erklärt er, „und das Areal ist so groß, dass ich einen Mix aus Wohnbebauung und Nutzung für Sport und Freizeit für möglich halte.“ Gaumitz setzt auf jeden Fall auf ein breites Beteiligungsverfahren: „In einer Bürgerwerkstatt könnten die Holzbüttgener selbst sagen, was sie möchten.“ Durch die Wohnbebauung – wenn es nach Gaumitz geht, entstünden kleinere barrierefreie Wohnungen zur bezahlbaren Miete – könne die Stadt allerdings etwas Geld einnehmen und so einen Teil des Sport- und Freizeitareals refinanzieren. Die CDU möchte für die Investitionsmaßnahme eine Million Euro im Haushalt 2019 bereit stellen lassen. „Wenn wir hierfür eine politische Mehrheit finden, kann bereits im kommenden Jahr mit der Umsetzung der ersten Bausteine begonnen werden“, hofft Lars Christoph. Christoph Gaumitz kontert: „Wo das Geld herkommen soll, verrät die CDU aber nicht!“

Der CDU-Antrag wird beraten im Sportausschuss am 10. Oktober, 18 Uhr, Bürgerhaus, Am Neumarkt Clubraum 3, 2. Etage.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)