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Dicke Luft statt Klimaschutz – E-Klasse statt Elektroauto

Dicke Luft statt Klimaschutz – E-Klasse statt Elektroauto
Das Carsharing-Projekt in Kaarst hatte Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus (l.) unterstützt. Ob dieses Modell auch für die Motorisierung ihrer Rathausmitarbeiter denkbar sei? „Mal sehen, da kann ich mich noch nicht festlegen“, sagte sie. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Grünen-Chef Christian Gaumitz sorgt für dicke Luft: Er wirft Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus vor, den kommunalen Klimaschutz zu blockieren. So bemängelt er unter anderem, dass die Stadtchefin jetzt einen E-Klasse-Mercedes als Dienstwagen fährt. Von Rolf Retzlaff

„Der Leasing-Vertrag von Herrn Moormanns Dienstwagen war abgelaufen und es stand die Frage nach einem Ersatzwagen an. Die Leasingrate für ein kombiniertes Elektro-/-Diesel-Fahrzeug wäre enorm hoch gewesen, deshalb habe ich mich für ein günstigeres Dieselmodell entschieden“, erklärt Dr. Nienhaus. Der Leasingvertrag laufe bis Dezember. „Zurzeit lasse ich untersuchen, inwieweit es sich lohnen würde, die Dienstwagen auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Aber auch hier gibt es wieder eine Gratwanderung zwischen Umweltfreundlichkeit und Kosten.“ Gaumitz hält dagegen: „Eine Mercedes E-Klasse Limousine für die ,weiten Wege’ in Kaarst – so sieht kommunaler Klimaschutz unserer neuen Bürgermeisterin aus. Wie es geht, machen ihr andere Bürgermeister vor, die verzichten auf einen eigenen Dienstwagen und bedienen sich – sofern nötig – bei der städtischen Fahrzeugflotte.“

Der kommunale Klimaschutz war eines der Haupt-Wahlkampfthemen von Dr. Ulrike Nienhaus. „Konkret passiert ist in der Sache einiges, aber eben genau das Gegenteil von Klimaschutz: Die Mittel für ein kommunales Klimaschutzkonzept wurden auf ihre Initiative hin komplett gestrichen“, ärgert sich christian Gaumitz. „Wir haben hier parteiübergreifend gemeinsam eine Verschiebung nach 2017 vorgenommen. Hierfür sollte eine städtische Stelle geschaffen werden. Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hat einstimmig entschieden, die Einrichtung dieser Stelle zeitlich zugunsten einer Personalaufstockung im Bereich Flüchtlingshilfe zu verschieben“, erläutert Nienhaus. Das Thema sei damit aufgeschoben und nicht aufgegeben.

Was Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus zu Gaumitz’ Vorwurf, sie leide „unter Realitätsverlust“, zur Erhöhung der Grundsteuer B, zur Marke Kaarst und zu ihrer Freude an der neuen Arbeit zu sagen hat, lesen Sie in einem Interview im „Kaarster Leben“. Das Magazin liegt heute unserer Zeitung bei.

(Kurier-Verlag)