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Feuerwehrleute engagieren sich für mehr Sicherheit in Flüchtlingswohnheimen

Feuerwehrleute engagieren sich für mehr Sicherheit in Flüchtlingswohnheimen
Vorbildliches Engagement: Kaarster Feuerwehrleute kümmern sich um die Sicherheit der Wohnheime für Flüchtlinge. FOTO: Fotos (2): Feuerwehr Kaarst
Kaarst. Was wäre Kaarst ohne seine Florianer: Die Feuerwehrleute opfern einen Großteil ihrer Freizeit, sorgen für unsere Sicherheit, retten Leben – und das ehrenamtlich. „Nebenbei“ bleibt auch noch Zeit für besondere Aktionen: Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kaarst hat jetzt Flüchtlingsunterkünfte besucht, um in Sachen Brandschutz Aufklärung zu betrieben. Von Rolf Retzlaff

Die Florianer waren sich einig: Sie wollten ihren Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten. Und so entstand die Idee eines Aktions- und Mitmach-Tags auf dem Gelände der Feuerwehr Kaarst. „Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern haben dieses Angebot mit Begeisterung aufgenommen“, sagt Morad Carrilho, bei der Feuerwehr für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Wie verhalte ich mich bei Gefahr? Wir handhabe ich einen Feuerlöscher? Welche Aufgaben hat die Feuerwehr? Diese und viele weitere Fragen wurden erläutert. „Aber es war uns auch wichtig, unseren neuen Nachbarn die Angst vor den Uniformen zu nehmen“, erklärt Carrilho, „es gibt leider viele traumatisierte Menschen, in deren Heimatländern die Feuerwehr militärisch zugeordnet ist.“ Und auch die Skepsis vor Rauchmeldern musste den Flüchtlingen genommen werden: „Wir mussten erklären, dass die Rauchmelder keinen Bombenalarm signalisieren und keine Überwachungskameras beinhalten“, so Carillho.

Nach dem erfolgreichen Verlauf des Aktionstages wurde gleich das nächste Projekt in Angriff genommen: Gemeinsam mit der psychosozialen Beraterin für Flüchtlinge bei der Stadt Kaarst, Susanne Enkel, besuchten die Feuerwehrleute Wohnheime für Flüchtlinge in Kaarst und gaben den Bewohnern wertvolle Tipps in Sachen Brandschutz. „Bei rund 800 Flüchtlingen hat sich gezeigt, dass die meisten den Umgang mit einem Feuerlöscher nicht kannten“, erläutert Carillho. Zu den größten Gefahrenquellen gehörten mögliche Fettexplosionen und -brände in den Küchen. Auch darüber wurde aufgeklärt. Ehrenamtliche Integrationslotsen halfen bei der Übersetzung.

„Unsere Brandschutzschulungen wurden sehr dankbar aufgenommen“, freut sich Carillho über die positive Resonanz. Und die Florianer haben mal wieder gezeigt, dass ihr Ehrenamt viel mehr beinhaltet als „nur“ Feuer löschen.

(Kurier-Verlag)