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Flüchtlingsunterbringung: Sporthalle als Notunterkunft und Erstaufnahmeeinrichtung in Holzbüttgen

Flüchtlingsunterbringung: Sporthalle als Notunterkunft und Erstaufnahmeeinrichtung in Holzbüttgen
An der Detlef-Karsten-Rohwedder-Straße soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. FOTO: Rolf Retzlaff
Holzbüttgen. In Kaarst werden in Holzbüttgen eine Turnhalle sowie eine Gewerbehalle auf die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet. Von Rolf Retzlaff

Seit Montag wird die Sporthalle Bruchweg als Notunterkunft für Flüchtlinge umgewandelt. Auch muss die Stadt innerhalb von acht Wochen eine Erstaufnahmeeinrichtung für mindestens 250 Flüchtlinge an der Detlef-Karsten-Rohwedder-Straße einrichten. Rund 50 Menschen warten derzeit in der Sporthalle Bussardstraße auf geeignetere Unterkünfte, jetzt muss die Stadt weitere Plätze schaffen.
Die an der Bussardstraße durchgeführten Sportangebote konnten in andere Hallen verlegt werden –das ist jetzt nicht mehr möglich. "Diese Kapazitäten sind nun weitestgehend ausgereizt, so dass der größte Teil des Sportangebotes in der Halle am Bruchweg zunächst leider ersatzlos ausfallen muss. Die Verwaltung bemüht sich gemeinsam mit den Kaarster Sportvereinen um kurzfristige Lösungen und Kompromisse", so Stephan Adams vom Bürgermeisterbüro. Weiterhin sei eine dezentrale Unterbringung in städtischen Flüchtlingsunterkünften oder in von privat angemieteten Wohnungen in der Kürze der gegebenen Zeit nicht möglich. Um den Ausfall der Sporthallen trotzdem möglichst gering zu halten, laufen in der Stadtverwaltung intensive Vorbereitungen, um auch geeignete Gewerbehallen in Notunterkünfte umzubauen. Eine solche Umbaumaßnahme braucht jedoch mehrere Wochen. 
"Allen Beteiligten ist bewusst, wie unglücklich diese Umnutzung der Sporthallen ist. Es ist keine dauerhaft geeignete Unterbringungsmöglichkeit für die betroffenen Menschen. Und Einschränkungen für den Sport, der auch einen großen und aktiven Part in der wichtigen ehrenamtlichen Tätigkeit und Integrationsarbeit für Flüchtlinge ausmacht, sind dabei natürlich kontraproduktiv. Es fehlen aber schlicht kurzfristige Alternativen", so Adams.
Ebenfalls unter Zugzwang ist die Stadt bei der Einrichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung. So traf eine entsprechende Mitteilung des Rhein-Kreises im Rathaus ein. In der ehemaligen Gewerbehalle der Firma LRS sollen rund 250 Flüchtlinge vorübergehend untergebracht werden. Die organisatorischen Maßnahmen werden zurzeit von der Stadtverwaltung in die Wege geleitet.