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Grüne: Bleibt Wilbert Schröder als Parteiloser im Stadtrat? Claudia Köppe legt Amt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende nieder

Grüne: Bleibt Wilbert Schröder als Parteiloser im Stadtrat? Claudia Köppe legt Amt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende nieder
Ein Bild aus vergangenen Zeiten? Claudia Köppe und Christian Gaumitz saßen bisher im Rat nebeneinander. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Unruhe bei den Kaarster Grünen: Ratsmitglied Wilbert Schröder hat seinen Austritt aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt und ist von seinem Posten als Beisitzer im Vorstand der Grünen zurückgetreten. Zeitgleich trat Claudia Köppe von ihrem Amt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende zurück. Von Rolf Retzlaff

Bevor sich Schröder öffentlich äußert, will er Gespräche mit verschiedenen Politikern aus dem Fünferbündnis führen. Claudia Köppe war bis gestern Abend nicht erreichbar. Der Kaarster Grünen-Chef Christian Gaumitz macht allerdings deutlich, dass Köppe klar zur Fraktion stehe. Zu Schröders Beweggründen könne er nichts sagen; die Kündigung sei lediglich als Zweizeiler ins Grünen-Büro geschickt worden. Klar ist allerdings, dass Schröder sein Ratsmandat als Parteiloser behalten möchte – sehr zu Gaumitz' Ärger: "Wir wollen, dass er sein Mandat an die Grünen zurückgibt. Immerhin ist er nicht direkt gewählt worden, sondern über die Grüne Reserveliste in den Rat gekommen."

Eine schwierige Situation für das aus SPD, Grünen, FDP, UWG und FWG bestehende Fünferbündnis: Der Parteienzusammenschluss kämpft ständig um knappe Ratsmehrheiten. Das Bündnis verfügt über 24, die CDU über 22, AfD/Zentrum sowie Die Linken/Piratenpartei über jeweils zwei Stimmen. Noch knapper wird es im Stadtentwicklungs-, Planungs- und Verkehrsausschuss, dem Schröder angehört: Hier gab es bisher einen Stimmengleichstand zwischen CDU und Bündnis (je acht), die Fraktion von Die Linke/Piratenpartei spielte mit einer Stimme das Zünglein an der Waage. Sollte Schröder als Parteiloser seinen Sitz in diesem Ausschuss behalten, bleibt abzuwarten, ob er sich in Richtung Fünferbündnis positioniert. "Da muss etwas geschehen", fordert Gaumitz Schröder auf, den Platz im Ausschuss für einen Grünen zu räumen.

Wie auch immer: "Unsere Fraktion steht nicht vor dem Zusammenbruch, wir werden unsere Arbeit ganz normal weiter führen", so Gaumitz.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)