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Hilfe vor Ort: Büttgener will Spenden an die europäischen Grenzen bringen

Hilfe vor Ort: Büttgener will Spenden an die europäischen Grenzen bringen
Martin Bondzio fährt dort hin, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird: an die europäische Grenze. Dafür sammelt er noch Spenden. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Büttgen. Für Martin Bondzio ist seit Wochen klar, dass er in der Flüchtlingskrise helfen will. "Meine zweijährige Tochter besteht darauf, jeden Abend die Geschichte vom Samariter von mir vorgelesen zu bekommen. Ich kann ihr nicht mit gutem Gewissen in die Augen blicken, wenn ich jetzt nicht aktiv werde", sagt der Büttgener. Ende Oktober will er mit einem Sprinter an die europäische Grenze fahren und dort Spenden verteilen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Dafür braucht er die Hilfe der Kaarster Mitbürger. Von Violetta Buciak

Das "Lager" ist noch relativ überschaubar. In seinem ehemaligen Fotostudio hat Bondzio bereits einige Hilfsgüter aufbereitet. Warme Pullover und Jacken sind nach Größe und Geschlecht sortiert, fein säuberlich zusammengefaltet. In einem Karton liegen dicke Socken, Schals und Mützen. "Die sind jetzt besonders wichtig, denn auch im Balkan wird es bitterkalt", weiß der Büttgener. Bondzio hat sich gut informiert, bekommt wichtige Neuigkeiten aus erster Hand. "Ich bin in mehreren Facebook-Gruppen aktiv, in denen sich gezielt Helfer vor Ort zusammengetan haben und berichten, was gerade gebraucht wird."

Und das ändere sich täglich. "Mit T-Shirts können die Flüchtlinge gerade kaum etwas anfangen, dafür sind warme Jacken zum schnellen Überziehen sehr wichtig. Die Menschen können nicht viel tragen, reisen ohnehin sehr leicht und müssen oft auch ihre Kinder auf dem Arm halten. Daher benötigen wir Hygieneartikel nur in sehr kleinen Dosen, Rucksäcke wären hilfreich, genauso wie Männerschuhe in kleinen Größen. Die sind besonders rar, Größe 39 bis 44 werden aktuell gebraucht", weiß der Büttgener.

Kleidung sollte gewaschen, sortiert und mit Größe und Geschlecht gekennzeichnet sein. FOTO: Violetta Buciak

Inspiriert zu dieser Aktion hat ihn ein ehemaliger Arbeitskollege aus München, der ebenfalls mit einem Hilfstransporter an die Grenzen gefahren ist. "Als ich Bilder davon gesehen habe, wusste ich, dass ich das auch machen muss", sagt Bondzio. Prompt hat er sich seinen restlichen Jahresurlaub genommen und einen Spendenaufruf gestartet. Die Nachricht verbreitete sich inzwischen wie ein Lauffeuer in den örtlichen Hilfsgruppen auf Facebook und stieß auf allgemeinen Respekt und Begeisterung.

"Sofort haben sich rund 60 Leute gemeldet, die Hilfsgüter anbieten. Eine junge Frau brachte noch am selben Tag 700 Zahnbürsten vorbei. Das war großartig", freut sich Bondzio. Neben Sachspenden benötigt der junge Familienvater auch dringend finanzielle Hilfe. "Davon wird nur der Sprit und der Kauf von weiteren Spenden bezahlt. Unterkunft und Verpflegung übernehme ich selbst", so der Büttgener.

Das wird gebraucht:

Schlafsäcke
Isomatten
Decken
Winter- und Regenjacken
Schuhe (weiche Schuhe, die Füße der Flüchtlinge sind häufig schwer angeschwollen)
Pullover
Kleinkindausstattungen

Hygieneartikel
Feuchttücher (Körperpflege)
Damengygiene, 
Zahnbürsten, 
Zahnpasta, Seife (kleine Verpackungen) 
Windeln, Wundschutzcreme, Feuchttücher
Fieberthermometer

Medikamente:
Fiebersaft (Kinder)
Schmerztabletten
Durchfallmittel
Verbandsmaterial

Technik:
Batterien
Taschenlampen oder kopflichter
Generatoren (2kw bis 4kw)


Mehr Infos auf Facebook (Martn Bondzio suchen), Kontakt: martin@aufmdeich.de .

Spendenkonto:

Inhaber: Martin Bondzio
Iban: DE74 305500 00100 094 6077
Zweck: Hilfe für Menschen

Jede Spende wird auf Facebook veröffentlicht, wer anonym spenden möchte, vermerkt das bitte im Zweck.

(Kurier-Verlag)