| 16.00 Uhr

Integration vom Feinsten: 20 Jahre Lebenshilfe in Vorst

Integration vom Feinsten: 20 Jahre Lebenshilfe in Vorst
Tolles Engagement: Die Vorster Schützenbruderschaft stellte dem Wohnhaus das Fetzelt kostenlos zur Verfügung. FOTO: Foto: privat
Vorst. In Kaarst wird die Integration beeinträchtigter Menschen schon lange groß geschrieben. Ein Paradebeispiel für gelebte Inklusion ist das Wohnhaus Vorst des Vereins Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung des Rhein-Kreises Neuss. Vor 20 Jahren wurde diese Einrichtung am Ortsrand eröffnet. Mittlerweile sind die Bewohner fest ins Dorfleben integriert. Das wurde auch bei der Feierstunde im Vorster Festzelt deutlich: Rund 400 Gäste aus Politik, Kultur, Verwaltung, Sport und Schützenwesen waren gekommen. Von Rolf Retzlaff

Ingrid Lipgens, Leiterin des Wohnhauses, ist die „Frau der ersten Stunde“: Die Diplom-Sozialpädagogin war mit dabei, als am 3. Februar 1995 die ersten Bewohner in das Gebäude an der Wattmannstraße einzogen. „30 Leute, die sich alle nicht kannten – das war schon schwierig“, erinnert sich Lipgens, die vor zehn Jahren den Leitungsposten der Einrichtung als Nachfolgerin von Hans Höfgen übernommen hatte.

Wie schon in den Anfängen wohnen auch heute 30 Menschen mit geistiger Behinderung in der Einrichtung. „Nach dem Auszug aus dem Elternhaus erleben sie hier in drei familienähnlich strukturierten Gruppen Gemeinschaft und Geborgenheit“, weiß Lipgens, „wollten wir am Anfang noch mit dem Begriff Wohnstätte den Unterschied zum Wohnen im Elternhaus hervorheben, steht heute der Begriff Wohnhaus für ein Zuhause in Gemeinschaft.“ Sie macht deutlich, dass Integration in Vorst hervorragend klappt: „Sich in Turnverein oder Tennis-Club sportlich zu betätigen, beim Karneval oder Schützenfest mit großer Begeisterung dabei zu sein,

die Bewohner wurden von allen Vereinen eingeladen, mitzumachen.“ Zudem engagierten sich viele Menschen im Wohnhaus: „Sie gehen mit zum Kegeln, begleiten das Schwimmen, sind Tennislehrer, oder spielen mit den Bewohnern, ,Mensch ärgere dich nicht’. Manchmal ist es auch schön, wenn jemand Zeit zum Zuhören mitbringt.“

Ingrid Lipgens dankte auch ihren Mitarbeitern, die ohne ihr großes Engagement und Einfühlungsvermögen die oft anstrengende Arbeit nicht schaffen könnten. Eine tolle Unterstützung kommt auch vom Förderverein des Wohnhauses, der die Bewohner finanziell und ideell bei allem unterstützt, was deren Lebensqualität verbessert.

(Kurier-Verlag)