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Investor für Kita und Jugendzentrum In der Vorster Ortsmitte tut sich was+++Allianz von CDU und Grünen

Investor für Kita und Jugendzentrum In der Vorster Ortsmitte tut sich was+++Allianz von CDU und Grünen
Lösung in Sicht: Am St.-Eustachius-Platz könnte ein Investor bald eine Kita und ein Jugendzentrum bauen. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Vorst. Seit mehr als 15 Jahren wird über ein Jugendzentrum in Vorst diskutiert, jetzt ist das Ende der unendlichen Geschichte in Sicht: Offenbar wurde ein Investor gefunden, der am St.-Eustachius-Platz ein Jugendzentrum und eine Kindertagesstätte bauen will. Dies nahmen die Fraktionen von CDU und Grünen zum Anlass, einen entsprechenden gemeinsamen Antrag am Donnerstag im Planungs- und Verkehrsausschuss zu präsentieren. Eine Allianz, die bei den anderen Parteien für Irritationen sorgt. Von Rolf Retzlaff

Schließlich hatte sich die CDU stets gegen den Bau eines Jugendzentrums am St.-Eustachius-Platz ausgesprochen, Grünen-Chef Christian Gaumitz hingegen hatte die Forderung nach dieser Einrichtung vor drei Jahren zu einem seiner Bürgermeister-Wahlkampfthemen gemacht. Warum der Stimmungswandel bei den Christdemokraten? „Wir hatten uns eine andere Konzeption für das Jugendzentrum gewünscht. Es hätte an Wochenenden extern vermietet werden sollen, aber das geht an diesem Standort wegen der nahen Wohnbebauung nicht. Auch würde ein zu großer Baukörper die Sicht vom Platz aus in die freie Landschaft einschränken“, so CDU-Chef Lars Christoph. Doch für diese Forderungen habe es keine politische Mehrheit gegeben. Dies habe man zur Kenntnis nehmen müssen. Gemeinsam mit den Grünen sei jetzt ein Antrag formuliert worden, nach dem das Gebäude etwas mehr westlich gesetzt werden solle, um den Weitblick zu erhalten. Zudem herrsche ein enormer Druck bei den Kita-Plätzen – ein Riesenplus für den Investor und seine Kita-Pläne.

Christian Gaumitz räumt ein, dass das Zusammenwirken von CDU und Grünen in Kaarst „in der Tat außergewöhnlich ist, aber wenn das Investor-Projekt abgelehnt worden wäre, wäre wieder mal auf lange Sicht nichts passiert“, macht Gaumitz deutlich, dass das Thema Jugendzentrum in Vorst ihn schon seit mehr als 15 Jahren beschäftigt, „wir haben in der Sache konstruktiv zueinander gefunden.“

Anneli Palmen, Fraktionsvorsitzende der SPD, sieht es als positiv an, „dass sich die CDU endlich bewegt und den Widerstand gegen den Standort St.-Eustachius-Platz aufgibt.“ Die Verwaltung habe sich auf Antrag von SPD, UWG, Grünen und FWG auf die Suche nach einem Investor gemacht. „Jetzt geht es weiter – nach vielen Jahren Blockade durch die CDU“, sagt Palmen. Weshalb Gaumitz ausgerechnet mit der CDU gemeinsame Sache macht, erschließt sich ihr nicht: „Das ist eigentlich ein Affront gegen die Bündnispartner, die jahrelang dieses Thema mitgestaltet und -verfolgt haben.“

Die Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Uschi Baum (FDP) ist erfreut, „dass das, was der Jugendhilfeausschuss schon lange gesagt hat, jetzt von der CDU als richtig bewertet wird. Sie hat endlich den Weg ins Boot gefunden.“ Schließlich hätten sich die anderen Parteien, Kirchengemeinden und Jugendverbände für den Bau eines Jugendzentrums am St.-Eustachius-Platz ausgesprochen – nur eben die CDU nicht. Doch letztendlich ist nur eins wichtig: dass endlich Bewegung in die Sache kommt – zum Wohle der Vorster Bürger.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)