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Mehr Schüler für Politik begeistern

Mehr Schüler für Politik begeistern
Sven Ladeck (CDU) setzt sich für die Einführung des kommunalpolitischen Schülerpraktikums ein. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Für den Jugendhilfeausschuss am 25. Oktober bringt die CDU-Fraktion auf Initiative der eigenen Kreis-Jugendorganisation einen Antrag zur Einführung eines kommunalpolitischen Schülerpraktikums ein. Von Rolf Retzlaff

„In Zeiten von wachsender gesellschaftlicher Politikverdrossenheit ist es der CDU ein besonderes Anliegen, gerade Jugendlichen die Politik im Stadtrat näher zu bringen. Mit dem kommunalpolitischen Schülerpraktikum wollen wir den Schülern einen Rahmen bieten, um sich auf kommunaler Ebene politisch aktiv einbringen zu können und damit Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen“, erklärt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Sven Ladeck.

Der Antrag basiert auf einem Konzept der Stadt Viersen, das schon seit 2005 dort erfolgreich durchgeführt wird. Im Konzept ist vorgesehen, dass jährlich 50 Schülern der 9. Jahrgangsstufe schulformübergreifend die Teilnahme an dem Praktikum ermöglicht werden soll. Nachdem Durchlaufen der fünf Module sollen die Jugendlichen ein Zertifikat der Stadt Kaarst erhalten.

„Damit den Schülern nicht ,nur’ trockene Theorie vermittelt wird, sieht das Konzept auch zahlreiche Praxismodule vor. So ist neben einer Teilnahme an Ausschüssen auch eine Simulation einer Stadtratssitzung geplant, in der die Schü-ler in die Rolle der Ratsmitglieder schlüpfen“, heißt es vom Kreisvorsitzenden der Jungen Union, Richard Streck, auf dessen Initiative der Antrag zurückgeht.

Für Richard Streck ist in der Diskussion noch ein weiterer Aspekt sehr wichtig: „Die jüngste Shell-Jugendstudie von 2015 hat gezeigt, dass Jugendliche sich durchaus wieder mehr für Politik interessieren. Im Vergleich zum Tiefpunkt im Jahre 2002 mit 30 Prozent geben zurzeit 41 Prozent der 12 bis 25-jährigen an, dass sie sich selber als ,politisch interessiert’ bezeichnen würden. Deshalb sehen wir das Schülerpraktikum in unseren Augen als geeignete Maßnahme, um diesen Trend in Kaarst und im gesamten Rhein-Kreis Neuss gerecht zu werden und das latent bereits vorhandene Interesse weiter zu fördern.“

(Kurier-Verlag)