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Mehrgenerationenprojekt – damit im Alter nicht Vereinsamung droht

Mehrgenerationenprojekt – damit im Alter nicht Vereinsamung droht
Sie suchen Mitstreiter für das Mehrgenerationenprojekt in Kaarst (v.l.): Jutta Schmid, Heinz-Josef Hecker, Klaus Schmid und Michael Schneider. FOTO: Foto: Rolf Retzlaff
Kaarst. Die Gesellschaft überaltert – gerade in Kaarst ein Problem. Plätze für Betreutes Wohnen werden immer gefragter. Eine ganz andere Wohnform streben jetzt der Büttgener Klaus Schmid und seine Mitstreiter an: ein Mehrgenerationenprojekt, in dem Jung und Alt aus verschiedenen Bevölkerungsschichten zusammen kommen. Das Vorhaben ist ehrgeizig: Gesucht wird ein Grundstück, auf dem gebaut werden kann, oder ein großes Gebäude. Voraussetzung: Es sollte im Optimalfall Platz für rund einhundert Menschen bieten. Ein Grundstück hat Schmid bereits im Auge: Hier sollen insgesamt 40 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen – sowohl für die Großfamilie als auch für Flüchtlinge oder die alleinerziehende Mutter. Es soll eine Gemeinschaft entstehen, in der Anonymität und Vereinsamung keine Chance haben. Soziales Engagement ist gefragt. „Jeder kann etwas beitragen; ob das Kinderbetreuung, handwerkliches Geschick, Flüchtlingshilfe, Vorlesen oder das Tragen eines Wasserkastens für einen älteren Menschen ist“, macht Schmid deutlich. Vorbild für das Projekt ist das so genannte Cohousing, das in Schweden häufiger praktiziert wird. In Kaarst sollen neben den Wohnungen Gästezimmer und Gemeinschaftsräume wie Fitness-, Kinder- und Fernsehzimmer sowie ein Werkraum eingerichtet werden. Auch ist ein Gemeinschafts-Café angedacht, in dem sich die Nachbarn aus dem ganzen Viertel treffen könnten. Weiter gehören zum Konzept Carsharing-Fahrzeuge – Sparen durch Teilen. Von Rolf Retzlaff

Die Menschen, die hinter diesem Projekt stehen, kann man ab sofort in der Sprechstunde jeden zweiten Sonntag im Monat ab 15 Uhr in der Büttgener Johanneskirche an der Kölner Straße 4 kennen lernen. Nächster Termin ist der 14. Februar. Hier sind alle Interessenten eingeladen – vom Investor, der dort selbst einziehen möchte, bis zur alleinerziehenden Mutter. Schmid: „Zum Teil wollen wir auch sozialen Wohnungsbau verwirklichen.“

Kontaktaufnahme auch unter kaarst.mehrgen@gmail.com.

Rolf Retzlaff

(Kurier-Verlag)