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Minister Remmel in Kaarst: Gibt es Fördermittel für Nordkanal-Konzept?

Minister Remmel in Kaarst: Gibt es Fördermittel für Nordkanal-Konzept?
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (l.) nahm den Nordkanal in Augenschein. Begleitet wurde er von Christian Gaumitz (Mitte) und Hans-Christian Markert. FOTO: Rolf Retzlaff
Kaarst. Die Landesregierung lässt untersuchen, ob Maßnahmen zur ökolischen Verbesserung des Nordkanals bezuschusst werden können. Von Rolf Retzlaff

"Wir sorgen gerade dafür, dass ihr hier bald wieder schwimmen könnt", ruft Josef Karis (Zentrum) schmunzelnd einer Kindergruppe zu, die gerade über die Nordkanal-Brücke an der Erftstraße geht. Das lässt auch den "Stargast" lächeln: NRW-Umweltminister Johannes Remmel war gestern auf Einladung von Klaus-Dieter Pruss, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Grundwasser, nach Kaarst gekommen, um den Nordkanal höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Bezirksregierung erklärt, dass auch eine Entschlammung des Nordkanals grundsätzlich im Zusammenhang mit Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie förderfähig sein könnte, wenn sie zu einer Verbesserung des ökologischen Zustandes führt.

Landratskandidat Hans-Christian Markert und Bürgermeisterkandidat Christian Gaumitz machten gemeinsam mit Minister Remmel und Mitgliedern des Fünfer-Bündnisses an zwei Stellen Halt. Dort, wo der Jüchener Bach in den Nordkanal fließt, ist Landschaftsschutzgebiet. An der Erftstraße hingegen fügt sich das Gewässer ins städtische Bild ein. Remmel machte gleich zu Anfang deutlich, dass noch nichts entschieden sei. "Der Nordkanal ist ein mehr oder weniger stehendes, Künstliches Gewässer. Das Land muss jetzt untersuchen, ob und in welcher Weise der Nordkanal ökologisch wirken kann." Eine Potenzialstudie soll Antworten bringen. Dann soll auch die Frage geklärt werden, ob eine Entschlammung notwendig ist und welche technischen Maßnahmen dann eingeleitet werden müssten, um eine weitere Verschlammung zu verhindern.


Laut Minister Remmel wird in neun bis zwölf Monaten geklärt sein, ob der Nordkanal unter das Förderprogramm der Wasserrahmenrichtlinien fällt. Positiv vermerkte er den Freiraum an beiden Ufern des Kanals, der noch Entwicklungspotenzial aufweise. Und auch der Hinweis, dass die Bürger durchaus bereit seien, sich für ihren Nordkanal zu engagieren, nahm er gerne zur Kenntnis. Dennoch: An einer finanziellen Beteiligung würde die Stadt Kaarst nicht vorbei kommen.
Auf die Frage, warum erst jetzt die Förderfähigkeit des Nordkanals geprüft werde, verweist Remmel auf den aktuellen Bewirtschaftungsplan Wasser und das Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, zu dem auch die Kommunen zu Stellungnahmen aufgefordert worden seien. Und da kommt wieder die Bürgerinitiative Grundwasser ins Spiel: "Wir haben in diesem Zusammenhang mit den Fraktionen gesprochen – nur die CDU wollte nicht zuhören", so Pruss. Über die Fraktionen sei das Thema dann weiter an die Bezirksregierung transportiert worden. Und Hans-Christian Markert (Bündnis 90/Die Grünen) sieht einen weiteren Grund, warum es jetzt in Sachen Nordkanal weiter geht: "Die politischen Verhältnisse in Stadt und Kreis haben sich verändert."