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Piraten: Rathaus Büttgen als Flüchtlingsunterkunft?

Piraten: Rathaus Büttgen als Flüchtlingsunterkunft?
Ist es notwendig, das Rathaus Büttgen - hier als Unterstand beim Kindertrödelmarkt - weiter zu nutzen? Können hier Flüchtlinge untergebracht oder die Verwaltungstätigkeiten nach Kaarst verlegt werden?, fragen die Piraten. FOTO: Rolf Retzlaff
Kaarst. Über die Zukunft des Büttgener Rathauses wurde bereits zu den verschiedensten Anlässen diskutiert. Im Rahmen der Diskussion um die Nahversorgung wurde sogar der Abriss und Neubau eines Vollsortimenters an selber Stelle zur Sprache gebracht. Jetzt kommt Ratsmitglied Markus Wetzler (Piraten) mit einer neuen Idee: der Nutzung des grauen Betonklotzes als Flüchtlingsunterkunft. Von Rolf Retzlaff

Pirat Markus Wetzler sitzt als Einzelkämpfer im Kaarster Rat. Dennoch bringt er sich immer wieder mit Anträgen ein. Und auch den rund 390 Seiten starken Haushaltsplanentwurf 2016 der Stadtverwaltung studiert er eingehend. Jetzt überrascht er Kämmerer Stefan Meuser mit einigen Fragen zur Bewirtschaftung der Gebäude und baulichen Anlagen. "Ist es vorgesehen, das Rathaus in Büttgen zukünftig als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen?", fragt er Kämmerer Meuser. "Falls nein, möchten Sie dies bitte als Vorschlag in die Haushaltsberatungen mit aufnehmen."

Solle die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft nicht möglich sein, möchte Wetzler die Verwaltung prüfen lassen, ob die Verwaltungstätigkeiten im Büttgener Rathaus nach Kaarst verlegt werden und die Räumlichkeiten andersweitig genutzt, vermietet oder verkauft werden könnten und welche Entlastungen sich hiermit für den Haushalt ergeben würden.

Die Verwaltung sieht bei der Bewirtschaftung der städtischen Gebäude und baulichen Anlagen kaum Einsparungsmöglichkeiten. "Durch die Umnutzung städtischer Gebäude in Flüchtlingsunterkünfte, die Erweiterung des Gebäudebestandes durch Raummodule OGATA etc. steigen die jährlichen Bewirtschaftungskosten (Gas, Wasser, Strom, Reinigung)", heißt es im Haushaltsplanentwurf. Und so schrumpft der städtische Haushaltsansatz für 2016 nur um rund 3.000 Euro auf 3,615 Millionen Euro. Das ist Markus Wetzler offenbar nicht genug: Mit seinem Antrag möchte er erneut die Diskussion um den "Luxus" eines zweiten Rathauses ankurbeln.