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Politiker sind sich einig: Kaarster Realschule soll erhalten bleiben

Politiker sind sich einig: Kaarster Realschule soll erhalten bleiben
Wenn man die Politiker fragt, darf Jürgen Bosse aufatmen: Alle Ratsfraktionen wollen sich für den Erhalt der Realschule an der Halestraße einsetzen. FOTO: Foto: privat
Kaarst. Soll die Gesamtschule Büttgen wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen mit Meerbusch und Korschenbroich kooperieren? Bedeutet dies das Aus für die Realschulen in Kaarst an der Halestraße und in Meerbusch am 1. August 2016? Dieses Thema steht in der Ratssitzung am 25. Juni auf der Tagesordnung. Eins steht fest: Alle Fraktionen sind für den Erhalt der Realschule, und auch die beiden Schulleiter machen sich in einem Schreiben an die Verwaltung, Fraktionen und die Schulaufsicht der Bezirksregierung für ihre Schule stark. Von Rolf Retzlaff

Realschulleiter Jürgen Bosse und Konrektor Torsten Sotowic sind sich einig: „Der Erhalt der Städtischen Realschule ist für die Stadt Kaarst in den nächsten Jahren die kostengünstigere Wahl, bietet den Kaarster Eltern mehr Alternativen und passt sich den zukünftigen Bedürfnissen und der aktuellen Nachfrage in Kaarst ideal an. Dagegen würde die Einrichtung einer gemeinsamen Gesamtschule mit der Stadt Meerbusch von größeren organisatorischen und finanziellen Herausforderungen geprägt, die vielleicht Probleme der Stadt Meerbusch lösen könnte, jedoch für Kaarst nicht notwendig ist.“ Als Beispiele nennen sie die bei einer Kooperation notwendige Einrichtung zusätzlicher Buslinien und den ständigen Wechsel von Schülern und Lehrern zum rund sieben Kilometer entfernten zweiten Schulstandort, was auch schon Siebtklässler bei Einsetzen der Differenzierungsstufe betreffe. Zudem werde die Vielfalt der Schullandschaft in Kaarst deutlich verringert. 78 Schüler haben sich für die neuen Eingangsklassen angemeldet. Bosse sieht der Zukunft optimistisch entgegen: „Die Realschule braucht für eine gesicherte Weiterexistenz von seiten der Bezirksregierung 52 Neuaufnahmen in der Klasse 5, da wir mindestens zweizügig laufen müssen. Diese Zahl glauben wir auch in den nächsten Jahren erreichen zu können, auch bei sinkenden Schülerzahlen und einer gegebenenfalls fünfzügigen Gesamtschule in Büttgen.“ Als weiteres Argument pro Realschule führen Bosse und Sotowic die überschaubare, familiäre und individuelle Schulform mit rund 500 Schülern im Vergleich zu den circa 1.000 Gesamtschülern an. Zudem passe die Realschule Kaarst in ihrer Größe und ihren Anforderungen perfekt in die gut ausgebauten und entwickelten Räumlichkeiten an der Halestraße. Das Fünfer-Bündnis von SPD, Grünen, FDP, Zentrum und UWG will ebenso wie die CDU der Einrichtung einer Gesamtschul-Dependance in Meerbusch nicht zustimmen. „Damit sind die aufkommenden Unsicherheiten hinsichtlich der Zukunft der Realschule vorerst abgewendet“, sagt Christian Gaumitz, Bürgermeister-Kandidat des Fünfer-Bündnisses. Alle Ratsfraktionen sind sich einig: Die Vielfalt der Schullandschaft in Kaarst solle erhalten bleiben.

Das dürfte Jürgen Bosse und Torsten Sotowic freuen: „Die Auflösung einer gut funktionierenden Schule, die von einigen Eltern und Schülern immer noch gewollt und bevorzugt wird, scheint für die Bildung einer neuen Schullandschaft in Kaarst nicht zwingend notwendig zu sein.“

Die CDU fordert, bei den baulichen Planungen für die Gesamtschule in Büttgen von einer Vierzügigkeit auszugehen. Erweiterungsoptionen für einen fünften Zug sollten berücksichtigt werden. Die Verwaltung der Gesamtschule solle auf eine Sechszügigkeit ausgerichtet werden, „damit auf zukünftige Entwicklungen und mögliche Kooperationen flexibel reagiert werden kann“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Lars Christoph.

(Kurier-Verlag)