| 10.12 Uhr

Singend werden Brücken gebaut: Gemeinden setzen auf Ökumene Grenzen von Nationalitäten und Sprachen durchbrechen

Singend werden Brücken gebaut: Gemeinden setzen auf Ökumene Grenzen von Nationalitäten und Sprachen durchbrechen
Dieses Team setzt auf Ökumene (von links): Regionalkantor Michael Landsky, Kantor Dieter Böttcher, Lena Rausch, Pfarrer Gregor Ottersbach, Pfarrerin Maike Neumann und Kantor Wolfgang Weber. FOTO: Foto: Böttcher
Kaarst/Neuss. Passend zum Pfingstfest bekommen Kaarst und Neuss Besuch aus Namibia. Die Bridgewalkers (zu Deutsch "Die über Brücken Gehenden"), ein stimmgewaltiger Chor aus dem Township Katutura bei Windhoek, startet seine Deutschlandtournee in Holzbüttgen. Die Brücken, die die Bridge Walkers begehen wollen, sind bereits gebaut: Die Ökumene zwischen den katholischen und evangelischen Gemeinden in Kaarst und Neuss ist so tragfähig, dass sie dieses Projekt gemeinsam auf die Beine stellt. Von Rolf Retzlaff

Der Chor kommt am Donnerstag, 17. Mai, am Nachmittag in Holzbüttgen an. Abends wird er um 20 Uhr das Friedensgebet in St. Martinus Kaarst mitgestalten. Am Freitag, 18. Mai, wird es um 19.30 Uhr ein Konzert in der Kirche Sieben-Schmerzen-Mariens geben.

In den Konzerten wird den Zuhörern das kulturelle Leben in Namibia näher gebracht. Der Alltag in der Township und die Hoffnungen für die Zukunft sind genauso Thema wie die tiefe Bedeutung der christlichen Botschaft für die Menschen. "Dabei wird spürbar, wie sehr diese Musik im politischen, religiösen und alltäglichen Leben Namibias verwurzelt ist", erzählt die Kaarsterin Lena Rausch. Sie kennt den Chor bereits seit 2001. Damals arbeitete sie als Referentin für den Interkulturellen Bereich in der Evangelischen StudentInnen Gemeinde (ESG) Oldenburg. Im Rahmen einer – bis heute bestehenden – Chorpartnerschaft mit dem Gospelchor der ESG nahm sie auch an einer dreiwöchigen Chorreise durch Namibia teil. Mit gemeinsamen Workshops und Konzerten und einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Landes entstanden tragfähige Beziehungen. Als nun der Chor anfragte, ob es möglich sei, in diesem Jahr auch nach Kaarst und Neuss zu kommen, setzte Rausch alle Hebel in Bewegung, um dies möglich zu machen. Die Kantoren Michael Landsky (Regionalkantor), Dieter Böttcher (katholische Kirchengemeinden in Kaarst) und Wolfgang Weber (evangelische Kirchengemeinden in Kaarst) waren sofort begeistert von dem Projekt und stellen nun gerne in enger Abstimmung mit den Pfarrern nicht nur ihre Kirchen zur Verfügung, sondern beteiligen sich auch selbst aktiv.

Ein besonderes Highlight für alle Chorbegeisterte folgt am Samstag, 19. Mai, in der Neusser Pfarrkirche Heilige Dreikönige an der Jülicher Straße: Ab 14 Uhr wird es einen Chorworkshop gemeinsam mit den Bridgewalkers geben. "Gemeinsam werden wir eintauchen in die Welt des afrikanischen Chorgesangs, der ursprünglichen Gospel und Spirituals", freut sich Rausch. Es werden einige Lieder gemeinsam erarbeitet und abends bei einem gemeinsamen Konzert erklingen. Anmeldungen für den Workshop werden entgegen genommen unter www.kirchenmusik-kaarst.de. Wer spontan mitmachen möchte, kann aber am 19. Mai auch einfach vorbeikommen. Die Ergebnisse des Workshops werden am 19. Mai in St. Pius (Sankt Piuskirchplatz 3, Neuss) präsentiert: um 17.30 Uhr im Rahmen einer Abendmesse, um 18.45 Uhr gebinnt das Konzert der Bridge Walkers und der Workshop-Teilnehmer.

Am Sonntag, 20. Mai, gestalten die Bridge Walkers den Pfingstgottesdienst in der Evangelischen Lukaskirche in Holzbüttgen mit, der um 11 Uhr beginnt. Im Anschluss daran wird Pfarrerin Maike Neumann einen Reisesegen sprechen und der Chor setzt seine Reise zunächst nach Essen-Werden fort.

Die Bridge Walkers finanzieren ihre Tournee hauptsächlich aus den Konzerterlösen. Der Eintritt ist jeweils frei, um Spenden wird gebeten.

(Kurier-Verlag)