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Theaterverein führt „Mutter Courage“ im Tuppenhof auf

Theaterverein führt „Mutter Courage“ im Tuppenhof auf
Die Vorsterin Daniela Frimmersdorf spielt die Mutter Courage – wie gewohnt mit Leib, Seele und Leidenschaft. FOTO: Fotos (3): Klaus Stevens
Vorst. Der kleine, beschauliche Tuppenhof im Ortsteil Vorst entwickelt sich immer mehr zu einem kulturellen Zentrum. Einen großen Anteil daran hat das Büchner Ensemble im Theaterverein Kaarst, das mit seinem Aufführungen im Ambiente der historischen Hofanlage alljährlich ein Highlight setzt. Diesmal hat sich die Schauspieltruppe Bertold Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ vorgenommen. Von Rolf Retzlaff

Die Proben im Tuppenhof laufen auf Hochtouren: Bei der Premiere am 23. Oktober soll nichts schiefgehen. Daniela Frimmersdorf schlüpft in die Rolle der Mutter Courage. „Sie ist ein Naturtalent, hat die Begabung, professionell zu schauspielern“, weiß Regisseur Wilhelm Schiefer. Er feierte in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag, ist Herz und Seele des Theatervereins, der sich in diesem Jahr aus der Theater-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums gebildet hat. Einer der Gründe: In letzter Zeit machten immer mehr ehemalige Schüler, Lehrer und Eltern mit. Das Ensemble ist aus den „Schulschuhen“ herausgewachsen, zeigt seit Jahren tolle schauspielerische Leistungen. Im aktuellen Stück stehen Akteure im Alter von 22 bis 84 Jahren auf der Bühne. Ille Mularski spricht die verbindenden Texte des Stationendramas, in dem Episoden im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1624 und 1636 dargestellt werden. Die Zuschauer begleiten die Figur der Anna Fierling, Mutter Courage genannt, die als Händlerin mit wechselnden Heerestruppen durch die Lande zieht – eine echte Herausforderung für Daniela Frimmersdorf: „,Sie ist in jeder Szene des rund dreieinhalb Sunden dauernden Stücks auf der Bühne“, sagt Schiefer.

Die musikalische Einstudierung hat Mark Koll übernommen. Es wird einige gesangliche Darbietungen geben, die der Musiklehrer mit seinem Keyboard begleitet. Ebenso wie René Buttermann, der einen Sohn der Mutter Courage darstellt, aber zwischendurch auch zur Gitarre greift. Sein Vater Manfred ist der „gute Geist“ der Truppe, inspiziert die Technik, überwacht die Ausführungen der Regieanweisungen und vieles mehr. Ebenfalls eine wichtige Rolle – wenn auch nicht auf der Bühne – spielt Ulla Kottmann, die Mutter von Daniela Frimmersdorf. Sie entwirft und näht einen Großteil der Kostüme selbst. „Sie ist schon seit Jahren erfinderisch und kreativ“, lobt Schiefer die Kottmanns Kreationen, die sich durchaus mit professionellen Arbeiten messen können. Das gilt auch für die Organisation und Durchführung der Aufführungen. Im Tuppenhof werden ansteigende Tribünen aufgebaut, damit jeder Zuschauer einen guten Blick auf die Bühne hat. Auch werden professionelle Beleuchter engagiert. Weiter müssen Tantiemen an die Brecht-Erben gezahlt werden. Die Sparkassen-Stiftung unterstützt den Theaterverein, der Rest muss über die Eintrittsgelder finanziert werden.

(Kurier-Verlag)