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Umfrage macht deutlich: Fluglärm belastet viele Kaarster Bürger

Umfrage macht deutlich: Fluglärm belastet viele Kaarster Bürger
Ganz schön laut: Zeitweise donnern die Flugzeuge im Minutentakt über Kaarst. FOTO: Rolf Retzlaff
Kaarst. Der Fluglärm ist und bleibt in Kaarst ein Riesenproblem. Das zeigt eine vom Flughafen Düsseldorf in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Bürgerumfrage. Von Rolf Retzlaff

In Kaarst fühlten sich 43 Prozent der Befragten vom Fluglärm belästigt. Die Initiative "Kaarster gegen Fluglärm" hofft jetzt auf eine Signalwirkung durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster gegen die Genehmigung für Nachtflüge am Flughafen Dortmund.

In 13 Städten hatte die Gesellschaft für Sozialforschung Bürger um ihre Meinung gebeten. Bei der Frage nach Störungen durch Lärm im Alltag liegt in Kaarst der Fluglärm weit vorn, gefolgt von Straßenverkehrslärm (27 Prozent) und Lärm von Industrie/Gewerbe (12 Prozent), Lärm aus der Nachbarschaft (10 Prozent) sowie Eisenbahnlärm (8 Prozent). Nur in Meerbusch haben sich mehr Bürger als in Kaarst über Fluglärm beschwert (44 Prozent). 

Der Durchschnittswert aller befragten Städte liegt hier bei 16 Prozent – in Kaarst ist die Unzufriedenheit also extrem hoch. "Und 50 Prozent derjenigen, die sich von Fluglärm gestört fühlen, schätzen die Bemühungen des Flughafens, dagegen etwas zu unternehmen, als nicht sehr groß ein", sagt Werner Kindsmüller, Vorsitzender der Initiative Bürger gegen Fluglärm. Und er rechnet weiter vor: "Nur 45 Prozent stimmen der Aussage zu, der Flughafen kommuniziere offen und ehrlich; der Wert hat gegenüber der Befragung 2012 deutlich abgenommen – kein Wunder!"

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts gegen die Nachtfluggenehmigung in Dortmund sieht Kindsmüller als Hoffnungszeichen. Das Urteil zeige, dass die Genehmigungsbehörden in Nordrhein-Westfalen bisher keine Rücksicht auf die schutzwürdigen Interessen der Anwohner genommen hätten. Das Gericht moniere zu recht eine "fehlerhafte Abwägung". Die Nachtruhe wiege schwerer als Verkehrsinteressen, so das Gericht. An dieser Entscheidung werde sich auch das Verkehrsministerium in Düsseldorf bei der Entscheidung über den Antrag des Flughafens, die Kapazitäten von 47 Flügen auf künftig 60 zu erhöhen, orientieren müssen, weiß Kindsmüller: "Bereits heute ist absehbar, dass die zusätzlichen Flüge vor allem in den Nachtstunden anfallen werden."

Wer anschaulich nachvollziehen möchte, wo und wann der Fluglärm seine Spitzen hat, kann dies auf der Homepage des Deutschen Fluglärmdienstes mitverfolgen – zu erreichen über die Website der "Bürger gegen Fluglärm" (www.kagf.de). Hier kann der Bürger mit einem Klick auf eine bestimmte Messkurve seine Fluglärmbeschwerde schnell und unkompliziert los werden.