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Tierfreunde in Kaarst warnen vor Giftködern +++ Wer hat etwas gesehen?
Hundehalter in Alarmbereitschaft: Zwei Tiere sind tot – waren es Giftköder?

Zwei Tiere sind tot – waren es Giftköder?
Der schwarze Schäferhund Hugo wäre jetzt sechs Jahre alt geworden – vor wenigen Wochen starb er. Seine Freundin Hündin Mali trauert. FOTO: privat
Kaarst. Die Hundehalter in Kaarst sind derzeit noch vorsichtiger als sonst – im Umkreis des Wasserwerks sollen wieder Giftköder ausliegen. Besonders tragisch: Zwei Tiere sind bereits verstorben... Von Hanna Loll

"Ich verstehe nicht, was in solchen Menschen vorgeht, die Giftköder verteilen", macht Kirsten Nette-Ronkholz ihrem Ärger Luft. Die Kaarsterin ist selbst Hundehalterin und war mit ihrem Vierbeiner häufig in der Nähe des Wasserwerks unterwegs – bisher. "Ich weiche jetzt auf den Vorster Wald aus. Auch wenn ich immer genau darauf achte, dass mein Hund draußen nichts frisst, ist es mir einfach zu gefährlich", meint die besorgte Tierfreundin. Für sie ist klar: "Diese Leute haben etwas gegen Menschen und lassen ihre Wut an hilflosen Tieren aus." Sie warnt jeden Hundehalter, dem sie beim Spazieregehen begegnet und auch im Netz hat sie die Warnung verbreitet. In der Facebook-Gruppe "Du bist Kaarster, wenn..." schrieb Nette-Ronkholz: "... du mit deinem Hund ein bisschen am Wasserwerk in Holzbüttgen aufpasst, da dort aus sicherer Quelle Giftköder (Rattengift?) ausgelegt würden. Zwei Hunde sind dort vergiftet worden und sind jetzt im Regenbogenland."

Ein schöner Weg zum Gassigehen – eigentlich: Laut GiftköderRadar-App lauern hier Gefahren. FOTO: Hanna Loll

Einer dieser Hunde, ein schwarzer Schäferhund namens Hugo, gehörte Jutta Zillekens-Keuter und ihrem Ehemann Christoph. "Am 30. September war mein Mann mit den Hunden in der Nähe des Wasserwerks spazieren. Abends hat sich Hugo mehrfach erbrochen. Dabei haben wir uns erst mal nicht viel gedacht – das passiert schon mal", erzählt die Immobilienmaklerin. Aber am nächsten Morgen war er ganz schwach und konnte nicht mal mehr richtig stehen. In der Tierklinik Düsseldorf fiel er dann erst ins Koma und verstarb anschließend. Eine Reanimation hat nicht mehr funktioniert." Die Hundehalterin ist wütend und traurig zugleich, kann nicht verstehen, wieso jemand Giftköder auslegen sollte. "Auch wenn ich natürlich nicht nachweisen kann, dass Hugo genau an dieser Stelle vergiftet wurde", wirft sie ein. Dass nur wenige Tage später ein weiterer Hund, der dort spazieren war, starb, sei allerdings ein wichtiger Hinweis.

Und obwohl es aus der Pressestelle des Rhein-Kreises Neuss heißt: "Dem Veterinäramt liegen keine Informationen zu Giftködern in diesem Bereich vor", schreibt die App "GiftköderRadar", die reichweitenstärkste Informationsplattform für Giftköderfunde in ganz Europa, eine Warnung für den Bereich aus. Zillekens-Keuter lässt jetzt jedenfalls noch einmal doppelt so viel Vorsicht walten. Ihre Hündin Mali vermisst ihren Spielgefährten, trauert um Hugo. "Ich muss sie mit ins Büro nehmen – alleine kann sie nicht mehr bleiben", erzählt die Tierliebhaberin traurig.

Die GiftköderRadar-App warnt vor der Gegend. FOTO: Screenshot

Wenn der Hund Rattengift verschluckt hat, ist das ein akuter Notfall und es muss sofort gehandelt werden. Die Symptome der meisten Rattengifte zeigen sich zeitversetzt. 
Tipps für den Umgang mit dieser Notlage gibt es hier. Natürlich ist Vorsorge besser als Nachsorge – für die Kaarster Hundehalter heißt es jetzt, beim Spaziergang mit dem Vierbeiner ganz besonders gut auf ihn zu achten...