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Für unsere Politiker sind die fetten Jahre längst nicht vorbei
28 Millionen Euro fehlen im städtischen Haushalt!

Meinung | O´zapft is. Im kommenden städtischen Haushalt fehlen sage und schreibe 28 Millionen Euro , obwohl die Höffner-Millionen fließen. Es fehlt überall - und die enormen Kosten für die Flüchtlingsunterkünfte sind noch gar nicht voll eingerechnet. Von Frank Möll

Der fähige Kämmerer, also der Neusser Finanzminister, Frank Gensler mahnt und sieht kein Einnahmen-, sondern ein ein Ausgaben-Problem: "Wir müssen mit einem strukturellen Defizit von 20 Millionen Euro rechnen." Jedes Jahr!

Doch die Politiker hören nicht auf den Kämmerer, streben einen Museumsbau von sechs Millionen Euro (wahrscheinlich eher zehn Millionen Euro) für Jugendstil-Kunst an.

Es warnt und mahnt auch Bürgermeister Herbert Napp. Der zeigte sich auf der jüngsten Sitzung belustigt über die vielen teuren "Betriebsauflüge", die sich der Stadtrat gönnt. Nächste Woche geht es mit diversen Ratspolitikern nach München auf eine Immobilienmesse. Bierzelt-Besuche und teure Hotels waren in der Vergangenheit wie heuer den Ratsmitgliedern genehm. 1500 Euro pro Person kostet der Drei-Tages-Tripp dem Steuerzahler. Städtische Töchter laden zusätzlich zu feinen Abendessen ein. Die üppige Speisekarte druckte der Stadt-Kurier hier im vergangenen Jahr ab. Es fließt viel Bier, Wein und Schnaps. Fürs Protokoll: Messe-Besuche sind wichtig. Aber es reicht, wenn neben Bürgermeister Napp und seinem Nachfolger Reiner Breuer vielleicht noch ein, zwei Fachleute aus der Verwaltung mitreisen.

Der Bürger zahlt dies alles auch mit höheren Bußgeldern. Denn der Rat fordert im Haushalt mittlerweile rund 1,7 Millionen Euro Knöllchen pro Jahr ein, die die Politessen eintreiben müssen. Mit Verkehrsregulierung hat das nichts mehr zu tun. Vor drei Jahren waren es "nur" eine Million Euro.

Spart! Wir einfachen Leut´ müssen´s auch.

(Kurier-Verlag)
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