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„Arbeitsgemeinschaft Pflege“

Kaarst. Bereits seit sieben Jahren liegt die Fläche im Neubaugebiet Dreeskamp nun schon brach. Eine Fläche, die bereits im Jahr 2012 im Bebauungsplan Nr. 103 „Alte Heerstraße/Broicherdorfstraße als Fläche für „Pflegeheim/Betreutes Wohnen“ und damit für die „Vierte Pflegeeinrichtung“ auf dem Kaarster Stadtgebiet vorgesehen war. Die Gründe hierfür sind vielfältig, vorrangig scheiterte die Realisierung jedoch wohl an den Änderungen landesgesetzlicher Regelungen, die eine Bezuschussung und Finanzierung unmöglich machten. Die genauen Gründe für das Scheitern im Jahre 2012 aufzuarbeiten erscheint im Angesicht der Dringlichkeit der Lage müßig. Fakt ist, dass die demografische Situation es erfordert, dass in der Stadt Kaarst so kurzfristig wie möglich zusätzliche Angebote für die ältere Generation geschaffen werden müssen. Um das zu ermöglichen, hatten die Ratsfraktionen der CDU und FDP bereits im Juni dieses Jahres den Antrag gestellt, dieses Thema erneut ins Visier zu nehmen und eine zeitnahe neue Ausschreibung und Realisierung gefordert. Dieser Antrag wurde nunmehr in der Sitzung des Stadtrates vom 27. September beschlossen. Von Thomas Broich

Eine Gruppe Kaarster Unternehmer hat diese positive Entwicklung zum Anlasse genommen, und sich zur „Arbeitsgemeinschaft Pflegestützpunkt Kaarst“ zusammengeschlossen, um die Initiative von CDU und FDP auch von Seiten der Kaarster Wirtschaft tatkräftig unterstützen zu können.

Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft ist es, die unterschiedlichen Anforderungen und Vorstellungen der Investoren und Betreiber auf der einen Seite und die Ausschreibungs- und Vergabekriterien auf der anderen Seite zu analysieren und zu konkretisieren. So soll schnellstmöglich der Weg zu einem städteplanerisch ansprechenden und finanziell tragfähigen Gesamtkonzept für die Stadt Kaarst geebnet werden.

„Bereits an vielen Standorten im Umkreis und zuletzt in Korschenbroich und Velbert waren Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft an der Planung und Realisierung derartiger Projekte beteiligt. Wir sind daher der festen Überzeugung, dass wir ein solches Projekt als Kaarster hier in Kaarst gemeinsam mit Rat und Verwaltung für die Stadt Kaarst realisieren können“, so Mitinitiator Torsten Uhlig.

Im Rahmen des Pflege- und Seniorenwohnstützpunktes am Dreeskamp soll nun in einem Verbundsystem ein vielfältiges Angebot von ambulanten, teilstationären und vollstationären Pflegeangeboten sowie verschiedenen Seniorenwohnformen und Quartiersangeboten geschaffen werden. Unter anderem sollen hier 30 bis 40 betreute Wohnungen, zwei ambulante Wohngruppen, eine Tagespflege und ein Quartiersstützpunkt als Anlaufstelle und Treffpunkt für Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftliches Engagement entstehen.

Axel Thurner ergänzt: „Der Standort am Dreeskamp eignet sich ideal dafür, die von allen Fraktionen gewünschten Vorgaben des „Handlungskonzeptes Wohnen“ endlich einmal in die Tat umzusetzen. Es kann und darf hier keinen Schnellschuss für eine 08/15 Planung auf Grund fehlender Alternativen geben.“ Eine der großen Schwierigkeiten bei der Realisierung wird darin bestehen, dass die Stadt Kaarst zwar die Vergabe des Grundstückes an einen Investor vornehmen kann, jedoch der RheinKreis-Neuss für die Auswahl und Vergabe an einen Betreiber zuständig ist.

(Kurier-Verlag)