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„Schluss mit den Parkgebühren“ Bürger fordern Entscheidungen

Neuss. Seit die Parkgebühren auf Lehrerparkplätzen eingeführt wurden, hagelt es Proteste nicht nur seitens der Lehrer. Anwohner, Ehrenamtler, Sportsvereine und zuletzt Eltern behinderter Kinder klagten im Stadt-Kurier über die verheerenden Ausmaße des Beschlusses. Am Dienstag tagt der Schulausschuss im Stadtrat. Die Bürger fordern jetzt Entscheidungen seitens der Politik. Von Violetta Buciak

Peter Veiser war ehrenamtlicher Chorleiter an der Grundschule Holzheim. Er verlangte kein Gehalt für seine Dienste, wurde aber von der Stadtverwaltung zur Kasse gebeten. 20 Euro monatlich hätte Veiser für einen Parkplatz bezahlen müssen – Geld, dass er verständlicherweise nicht aufbringen wollte und so schweren Herzens sein Ehrenamt aufgeben musste. Inzwischen unterrichtet Veiser in der Galerie Amschatzhaus eine Gruppe begeisterter Kinder. Hier bekommt der Gospelchorleiter einen Parkplatz kostenlos zur Verfügung gestellt. Kämpfen will er trotzdem weiter und sammelte jetzt Unterschriften gegen den Beschluss. Über 500 Menschen erklärten sich sofort bereit, sich an der Aktion zu beteiligen. Immerhin ist Veiser bei weitem nicht der einzige Betroffene. Anwohner klagen, dass die Lehrer nun auf ihre Parkplätze ausweichen und Verkehrschaos vor der Haustüre herrsche. Sportsvereine, die nachmittags in den Turnhallen trainieren, beschweren sich über Mitgliederschwund. Zuletzt meldeten sich Eltern eines behinderten Kindes bei Stadt-Kurier – seit die Parkplätze gesperrt sind, müssen sie ihr Kind auf einer viel befahrenen Straße aussteigen lassen.

Ein im Sommer erschienener Sachstandsbericht brachte die Pleite des Beschlusses ans Licht. Die Auslastung der Hälfte aller Lehrerparkplätze in Neuss liegt demnach bei 0 Prozent. Politiker aller Fraktionen äußerten sich gegenüber Stadt-Kurier inzwischen kritisch und bedauern den Beschluss – passiert ist bisher noch nichts. Veiser fordert: „Ich höre von allen Seiten aus der Politik, dass die Abschaffung der Gebühren überfällig sei. Ich bitte alle Volksvertreter zu handeln und nicht nur zu reden.“

(Kurier-Verlag)