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Anschlussstelle Delrath: Rat einig, dennoch keine Lösung

Anschlussstelle Delrath: Rat einig, dennoch keine Lösung
Sven Schühmann, Stefan Crefeld, Waltraud Beyen und Karl-Josef Flüchten fordern die Anschlussstelle Delrath. FOTO: Foto: V. Buciak
Neuss. Selten waren sich die Fraktionen so einig, wie in dieser Sache – dennoch ist vorerst keine Lösung in Sicht. Die gewünschte Autobahnanschlussstelle in Delrath soll den Verkehr im Neusser Süden entlasten. Das Problem: Diese Entscheidung liegt nicht in den Händen des Neusser Stadtrates. Von Violetta Buciak

Seit rund zehn Jahren ist die Anschlussstelle Thema im Stadtrat, passiert ist bisher kaum etwas. In einem Schreiben des Dormagener Bürgermeisters Erik Lierenfeld, das dem Neusser Stadtrat vorlag, machte dieser seinem Ärger Luft. Demnach kritisiert der Stadtchef die Vorgehensweise des Landrates Hans-Jürgen Petrauschke, der vor rund zwei Jahren öffentlich ankündigte, dass 2017 mit dem Bau der Anschlussstelle begonnen werden dürfte. Laut Lierenfeld fehlen jedoch diverse Gutachten, die noch nicht einmal in Auftrag gegeben worden seien. Dies solle zeitnah nachgeholt werden. Bürgermeister Reiner Breuer stimmte seinem Amtskollegen "vollumfänglich zu".

Im Stadtrat hagelte es dennoch Kritik. "Das Schreiben wirkt unverbindlich. Lierenfeld nennt noch nicht einmal einen konkreten Zeitpunkt, bis wann die Gutachten vorgelegt werden sollen. Was soll das bringen?", so Linken-Chef Roland Sperling.

CDU-Ratsherr und Kreistagsabgeordneter Dieter Welsink betont: "Wir sind uns alle einig, dass wir den Anschluss haben wollen. Er hätte schon längst da sein können."

Stattdessen wächst das Verkehrsaufkommen dort immer weiter. Wer in den vergangenen Jahren beobachtet hat, wie viele neue Logistikunternehmen und andere Betriebe sich den Gewerbegebieten von Uedesheim und Grimlinghausen angesiedelt haben, wird davon nicht überrascht sein. Allein das Volumen des Logistikers Fiege, der am Blankenwasser und an der Sudermannstrasse riesige Lagerkomplexe errichtet hat, beträgt täglich circa 90 einfahrende und 90 abfahrende Lkw. Jeder Fahrer in einem 40-Tonner, der Alu-Norf, Metro, oder einen Logistikstandort ansteuert, sucht sich den kürzesten Weg über den Autobahnanschluss Uedesheim. So kommt es zum beklagten Nadelöhr.

"Unsere mittleren Einnahmequellen stagnieren, wenn sie nicht weiter ausgebaut werden. Eben deshalb ist diese Anschlussstelle so wichtig. Mit unserem Antrag wollen wir für mehr Aufmerksamkeit sorgen", schlug SPD-Chef Arno Jansen im Stadtrat vor.

Stattdessen verabschiedete die CDU mit ihrer Mehrheit eine Resolution. "Alle zuständigen Behörden müssen aufgefordert werden, tätig zu werden, damit der Planungsprozess endlich voranschreitet", so CDU-Ratsherr Dr. Jörg Geerlings.

 

(Kurier-Verlag)