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Benno Jakubassa: „Die Party ist vorbei – jetzt wird gekämpft“

Benno Jakubassa: „Die Party ist vorbei – jetzt wird gekämpft“
Für Benno Jakubassa ist noch lange nicht Schluss. „Ich bin ja noch jung“, witzelte der wiedergewählte Vorsitzende der Neusser SPD. FOTO: Fotos: Violetta Buciak
Neuss. Tosender Applaus für Benno Jakubassa – beim politischen Aschermittwoch wurde er mit 92 von 108 gültigen Stimmen erneut zum Vorsitzenden der SPD Neuss gewählt. Seine Genossen holte der Neusser aber gleich wieder auf den Boden der Tatsachen: "Seit dem Wahlerfolg haben wir gefeiert. Die Party ist jetzt aber vorbei, denn wir haben erst gewonnen, wenn Breuer 2020 wiedergewählt wird." Von Violetta Buciak und Frank Möll

Die SPD hat in den vergangenen Jahren Entwicklungen gemacht, die sich sehen lassen können. "Vor zwei Jahren hatten wir noch Schwarz-Gelb und Herbert Napp. Beides ist Geschichte", erinnert Fraktionschef Arno Jansen. Ein Dämpfer bleibt die fehlende Mehrheit im Stadtrat – ein nächstes Ziel.

Das betont auch der amtierende Bürgermeister Breuer. In seiner Rede gibt er sich gewohnt kämpferisch, kritisiert den verpassten Ankauf des Whitesell-Grundstücks hart. "Der Zug ist leider abgefahren", so Breuer, der das Vorgehen der CDU offen rügte. Dabei hätten ihm nach Hunderte Flüchtlinge dort untergebracht werden können.

Die Zerrissenheit der zahlentechnisch noch stärksten Partei in Neuss war auch am Rande der Veranstaltung ein Thema. "Es liegt in meinem Interesse, dass die CDU langsam wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt, das würde mir vieles erleichtern", so Breuer beim traditionellen Fischessen. Das Thema personelle Entscheidungsfindung scheint bei der SPD bloß eine reine Formalie zu sein – etwas, was für die CDU derzeit in unerreichbare Ferne gerückt ist.

Bei Pellkartoffeln, Sahnehering und Bier (der Bürgermeister trank Wasser) wurde die Spitze der SPD größtenteils bestätigt. Neben Benno Jakubassa als Vorsitzender, wurden Michael Ziege und Claudia Föhr als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Komplettiert wird der Vorstand durch Wolfgang Itzen als Kassierer, Rainer Schmitz als Schriftführer und die Beisitzer Ellen Gurmann und Cornelia Lampert-Vorscht.

Der größte Applaus ging an Jakubassa, der seine Genossen mit Handbewegungen zügeln musste.

(Kurier-Verlag)