| 14.39 Uhr

Landesregierung will den Weg für Gelege-Entnahme wieder frei machen
Besserung am Jröne Meerke in Sicht?

Besserung am Jröne Meerke in Sicht?
Dr. Jörg Geerlings MdL sieht sich die Situation vor Ort an. Er ist sicher, dass am Jröne Meerke etwas passieren muss. FOTO: Hanna Loll
Neuss. Schon viele Maßnahmen haben Politik und Verwaltung versucht, um das Naherholungsgebiet Jröne Meerke zu erhalten – trotz der nicht heimischen Gänsepopulation, die für reichlich Probleme sorgt. Einiges wurde schon erreicht und die Landesregierung macht den Weg für weitere Entwicklungen frei. Von Hanna Loll

Das Jröne Meerke leidet seit Jahren unter den Gänsen, die sich hier angesiedelt und vermehrt haben. Ihr Kot bedeckt Wiesen, Wege und den Spielplatz, sickert in den See und übersättigt ihn mit Nährstoffen. Viele Maßnahmen wurden in der Vergangenheit ergriffen, um der Situation Herr zu werden. Christdemokrat Dr. Jörg Geerlings MdL erklärt: "Die ehemalige rot-grüne Landesregierung hatte 2016 das Jagdgesetz geändert, sodass Schneegänse nicht mehr bejagt werden dürfen. Die Bejagbarkeit ist aber die Voraussetzung dafür, dass Gelege unfruchtbar gemacht oder entnommen werden können."

Geerlings: "Die Landesregierung möchte das Landesjagdgesetz jetzt überarbeiten, der Entwurf steht schon. Demnach dürften in Zukunft auch die Schneegänse am Jröne Meerke wieder bejagt werden. Das soll natürlich nach wie vor nicht passieren – wir könnten aber durch das Unfruchtbarmachen der Eier oder die Gelege-Entnahme die Gänsepopulation sukzessive und schonend verringern." Schon im kommenden Jahr könnte dann wieder aktiv Gänsenachwuchs vorgebeugt werden.

FOTO: Hanna Loll

Stadtpressesprecher Tobias Spange erklärt: "Momentan beobachten wir rund 60 Schneegänse, die nachts auf einer Fläche im Bereich der Morgensternsheide ruhen. Im Laufe des Vormittags fliegen diese zum Jröne Meerke und halten sich dann gegenüber des Spielplatzes auf. Anders als in den Vorjahren haben die Schneegänse kaum Nachwuchs. Offensichtlich stabilisiert sich die Population und wächst nicht mehr an. Die Kanadagänse dagegen halten sich momentan wegen ihrer Brut im hinteren Bereich und auf der Insel auf. Von den Nilgänsen sind wenige Exemplare beobachtet worden."

Eine Verkotung der Wege sei derzeit nicht feststellbar und der Einsatz des Saug- und Kehrwagens daher nicht erforderlich. Vor wenigen Tagen sei eine Mahd der Flächen vorgenommen worden. Es stimmt: Die Verkotung der Flächen hat bereits schlimmer ausgesehen. Doch nach wie vor muss, wer die Wiesen am Jröne Meerke betreten möchte, sich umschauen, um nicht auf Kot zu treten – und leider nicht nur dort.

Die Gänse haben sich über den niedergetrampelten Zaun auch wieder Zutritt zum Spielplatz verschafft, Federn und Kot hinterlassen. FOTO: Hanna Loll

"Auch auf dem Spielplatz sind überall Gänsefedern und Kot, selbst im Sandkasten", weiß Geerlings. Der Zaun, der den Spielplatz davor bewahren sollte, ist an einigen Stellen niedergetrampelt. Spange: "Der Zaun am Spielplatz ist dort niedergetreten worden, wo die Hecke noch Lücken aufweist. Der Zaun wird wieder hergestellt, die Hecken werden im Herbst nachgepflanzt." 

Gute Nachrichten gibt es vor allem aus den Tiefen des Sees: Hatte noch vor wenigen Jahren eine dicke Algenschicht das Wasser bedeckt und sogar Fische ihr Ende gefunden, geht es dort voran. "Die Wasserqualität des Jröne Meerke ist in einem guten Zustand. Zurzeit gibt es lediglich am Rand des Gewässers geringe Algenvorkommen. Das Wasser ist sehr klar und weist eine große Sichttiefe auf", heißt es aus dem Rathaus.

Ergebnisse von aktuellen Wasseruntersuchungen lägen derzeit nicht vor. Das klare Wasser lasse jedoch darauf schließen, dass die Maßnahmen zur Unterbindung des Nährstoffeintrags wie die Uferbepflanzung und die Kotabsaugung ihr Ziel erreicht hätten und der Nährstoffeintrag deutlich reduziert sei.

Wird auch höchste Zeit, dass in der Nordstadt etwas passiert – die Bürger hatten sich schon mit der Vorstellung vertraut gemacht, ihre "grüne Lunge" an die Gänse zu verlieren...