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Das war mal ein Teich: Stadt lässt teures Biotop bauen und wieder austrocknen

Biotop ausgetrocknet
Hans-Willi Tepper ärgert sich, dass die Stadt erst ein teures Biotop anlegen ließ, um es dann wieder austrocknen zu lassen. FOTO: Fotos: Violetta Buciak
Norf. Da scheint etwas gehörig schiefgegangen zu sein... Das einst liebevoll genannte "Libellenparadies" in Norf ist zum "Libellenalbtraum" mutiert. Von Gewässer keine Spur, zumindest im vorderen Teil. Weiter hinten soll noch genug Wasser für Frösche und Co. vorhanden sein. Davon war beim Ortstermin mit Hans-Willi Tepper jedoch keine Spur. Der Anwohner klagt: "Es hätte gar nicht soweit kommen müssen." Von Violetta Buciak

Spaziergänger zwischen Zedernweg und Norfbach können nur erahnen, dass sich hier – hinter den hohen Gräsern – mal ein Biotop verbarg. Ein Schild weist noch auf das hin, was es hier mal gab: einen reich besiedelten Teich mit Enten, Fröschen und Co. Dazu Erklärungen zu den hier lebenden Tierarten.

Die dürfte man hier vergebens suchen. "Ich finde es ärgerlich, dass sich scheinbar niemand für diese Stelle verantwortlich fühlt und hier nichts passiert", schimpft Tepper. Der 75-Jährige geht oft hier spazieren, musste den Verfall des Biotops Woche für Woche mitansehen. Seine Anrufe beim Grünflächenamt gingen ins Leere. "Entweder keiner da oder besetzt", sagt Tepper.

Eine Situation, die auch Grünen-Chef Michael Klinkicht massiv stört. "Dem möchte ich nicht weiter tatenlos zusehen. Hier muss dringend etwas geschehen", sieht Klinkicht Politik und Verwaltung gleichermaßen gefordert. Bisher gibt es nur Vermutungen, dass der Boden durchlässig oder beschädigt ist. "Ich habe den Punkt für den Bezirksausschuss am 10. Juni auf die Tagesordnung gesetzt und hoffe, dass die Verwaltung uns eine positive Rückmeldung geben kann, wie das Problem schnellstens in den Griff zu bekommen ist. Schließlich ist das Gewässer Bestandteil des Biotopverbundplanes und ein wichtiger Bestandteil zum Erhalt der Artenvielfalt. Außerdem dient das Gewässer auch als Naherholungsraum", so Klinkicht weiter.

Bleibt noch die Frage offen, warum es überhaupt soweit kommen konnte und wie teuer die Maßnahmen zum Erhalt des Gewässers sein werden. Dazu gab es bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme seitens der Stadt.

(Kurier-Verlag)