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Breuers Pläne zur Kirmesplatzverlegung: Das sagen Schützenpräsident und CDU

Breuers Pläne zur Kirmesplatzverlegung: Das sagen Schützenpräsident und CDU
Einmal im Jahr wird die Kirmes auf dem TÜV-Gelände veranstaltet. Jetzt denkt Bürgermeister Breuer laut über die Verlegung an einen anderen Ort nach. FOTO: Foto: Violetta Fehse
Neuss. Der Kirmesplatz an einer anderen Stelle? Für viele Neusser unvorstellbar. Doch genau mit diesen Plänen überraschte Bürgermeister Reiner Breuer jetzt die Öffentlichkeit. Auch Schützenpräsident Martin Flecken und CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann sind irritiert. Von Violetta Fehse

Dabei ist die Idee nicht neu, wie Stadtsprecher Peter Fischer auf Stadt-Kurier-Anfrage betont. Bereits in den 90er Jahren entwickelte der damalige Stadtdirektor Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff entsprechende Pläne, über die Bürgermeister Reiner Breuer jetzt laut nachdenkt.

Und darum geht es: Da der Stadtrat beschloss, das Gelände des VfR aufzugeben, könnte das TÜV-Gelände für die Ansiedlung neuer Unternehmen genutzt werden. Die Kirmes könnte stattdessen an das Rennbahn-Areal herangelegt werden. Die Arbeitsgruppe "Beirat Hammfeld" prüft bereits, ob die Flächen zwischen der Langemarckstraße und dem Obertorweg den gegenwärtigen Anforderungen der Kirmes quantitativ und qualitativ genügen. Unterdessen äußert Schützenpräsident Martin Flecken gegenüber dem Stadt-Kurier Bedenken: "An uns ist der Bürgermeister mit diesem Vorhaben noch nicht herangetreten. Er erwähnte es vielleicht mal am Rande einer Veranstaltung. Das Schützenkomitee will jedenfalls keine Vermischung der Schützenwiese und des Kirmesplatzes, da es sich um ein ganz anderes Klientel handelt. Gerade zu Zeiten erhöhter Sicherheitsrisiken raten wir von den Plänen ab. Der Kontrollaufwand wäre erheblich." Im vergangenen Jahr soll es schlechte Erfahrungen mit angetrunkenen Kirmesbesuchern gegeben haben, die Unfrieden im Zelt stiften wollten.

Auch CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann sieht das Vorhaben kritisch: "Zunächst einmal sollten wir abwarten, wie sich die Situation um Rennbahn und Reiter- und Rennverein (NRRV) entwickelt. Zwar laufen die Verträge Ende 2019 aus. Dass der Reitsport in Neuss dann Geschichte ist, ist aber noch nicht gesagt. Zudem wollen wir und unser Koalitionspartner die Grünen nicht, dass der Boden zugekleistert wird. Es geht um Kirmesfahrtgeschäfte, die mit Öl hantieren. Dafür kann der Boden in dem vorgesehenen Areal nicht geeignet sein", so die Fraktionschefin.

Stadtsprecher Fischer betont unterdessen, dass nicht die Wiese selbst gemeint ist, sondern die angrenzende Fläche. "Es wird sichergestellt, dass Schützenfest und Kirmes weiterhin ausreichend räumlich getrennt voneinander stattfinden können. Insbesondere sollen die Abläufe auf der Festwiese nicht durch das Kirmesgeschehen beeinträchtigt werden", so der Sprecher. Auf dem vorgesehenen Areal befinden sich heute Stallungen und weitere für den Trainings- und Rennbetrieb des NRRV bedeutsame Einrichtungen, so dass insoweit Einschränkungen unvermeidbar sein dürften.

Und warum dann die Überlegungen zur Verlegung? "Die Idee hat die interfraktionelle Arbeitsgruppe (Beirat Hammfeld) zur Entwicklung der Restflächen des "Hammfeld II" unter der Moderation des renommierten Stadtplaners Prof. Dr. Wachten aufgegriffen, weil die im Hammfeld nicht für eine Einzelhandelsnutzung vorgesehenen (Rest-)Flächen mit einer Größe von circa drei Hektar wenig planerischen Spielraum bieten. Mit dem ehemaligen TÜV-Gelände wären deutlich mehr Handlungsoptionen für die Ansiedlung neuer Unternehmen vorhanden", erklärt Fischer.

Auf Begeisterung unter den Neussern stößt der Vorschlag dennoch nicht. "Unser Schützenfest ist einzigartig und ein Stück Heimat. Dieses gilt es in seiner jetzigen Form zu erhalten und zu schützen", betont Koenemann.

 

(Kurier-Verlag)