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Bürgermeister-Bewerber Brall fordert Arbeitseinsatz von Neusser Flüchtlingen

Neuss. Als Arzt war er in Neuss beliebt. Als Politiker der Zentrumspartei und Bürgermeister-Kandidat bedient er die, die mit den großen Parteien unzufrieden sind. Dabei hat er auch das Lager rechts von der Union im Blick: Dr. Klaus Brall. Von Violetta Buciak

von Violetta Buciak und Fank Möll

Forsch und zielstrebig will Bürgermeisterkandidat Dr. Klaus Brall die Zentrumspartei in Neuss wieder stark machen und bedient mit populistischen Parolen auch den rechten Rand.

Nachdem Ex-Parteikollege Reinhardt-Josef Wendt die Zentrumspartei verlassen und das einzige Mandat im Stadtrat gleich mitgenommen hatte, konnte die älteste Partei Deutschlands, die Partei Konrad Adenauers, in Neuss nicht mehr Fuß fassen.

Den Wiedereinzug ins Rathaus verpasste die Zentrumspartei bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Jetzt soll Dr. Brall die Tiefphase beenden. Und auch wenn er von Außen als Underdog wahrgenommen wird, sagt der Neusser Hausarzt selbstbewusst: "Ich gehe davon aus, die Wahl im ersten Durchgang für mich entscheiden zu können."

Inhaltlich dürften seine Ansichten auf so manchen Bürger befremdlich wirken. So sollen Asylbewerber laut Dr. Brall in den Wohnungen und Häusern der Bürger aufgenommen werden und dort anpacken, wo sie gebraucht werden.

Und weiter: "Auf unseren Autobahnen haben wir seit Ewigkeiten Baustellen, auf denen höchstens fünf Kräfte im Einsatz sind. Der Ausbau ginge viel schneller vonstatten, wenn wir unsere Asylbewerber dort einsetzen würden, die haben ohnehin nichts zu tun und würden sich positiv einbringen", so der Allgemeinmediziner, der viele Jahre lang in der Neusser Innenstadt eine Praxis unterhielt.

Mit welchen Ansichten Dr. Brall noch überrascht und welche Dinge er als Bürgermeister verändern will, lesen Sie hier im Interview:

http://www.stadt-kurier.de/neuss/zentrumspartei-will-frustrierte-w-228-hler-mobilisieren-8222-wir-sind-die-bessere-cdu-8220-aid-1.5333028

(Kurier-Verlag)