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Busfahrten doppelt so teuer, wie sie sein sollten: Arno Jansen kämpft gegen „Irrsinnswabe 521“

Busfahrten doppelt so teuer, wie sie sein sollten: Arno Jansen kämpft gegen „Irrsinnswabe
Die umstrittene Wabe 521. FOTO: Grafik: Rheinbahn
Neuss. Schon 15 Jahre alt ist dieser Missstand und wird doch immer wieder heiß diskutiert: die berüchtigte "Wabe 521" am Rheinpark-Center, die eine Fahrt von der Neusser in die Düsseldorfer City mit öffentlichen Verkehrsmitteln plötzlich fast doppelt so teuer macht. Von Hanna Loll

Auch nach 15 Jahren kämpfen immer noch Politiker dagegen an. Im Jahr 2001 wurde die Wabe 521 vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dem damaligen Bürgermeister Herbert Napp und dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Neuss aus dem Boden gestampft. Der Beschluss bewirkte, dass für eine Fahrt mit dem Nahverkehr zwischen den Stadtzentren von Neuss und Düsseldorf nicht mehr Preisstufe A (damals 1,75 Euro), sondern Preisstufe B (damals 3,30 Euro) galt – das war eine Preiserhöhung von rund 89 Prozent.

Diese Anpassung stieß erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe in der Bürgerschaft und auch die Politiker blieben nicht stumm. So forderte beispielsweise der jetzige Bürgermeister Reiner Breuer (SPD), damals Fraktionsvorsitzender: "Diese verkehrspolitisch, ökologisch und sozial falsche Entscheidung muss schnellstmöglich rückgängig gemacht werden." Der Schildbürgerstreich schlug hohe Wellen, die bis nach Berlin reichten. In einem Schreiben wandte sich Kurt Bodewig (SPD), damals Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, an alle Fraktionen des Neusser Stadtrates. "Diese Fahrpreispolitik ist nicht nur verkehrspolitisch verantwortungslos, sondern auch in hohem Maße willkürlich und fahrlässig", erzürnte sich der Bundespolitiker. Dennoch existiert die Wabe bis heute und so zahlen die Streckennutzer inzwischen rund 5,70 Euro (Preisstufe B) anstatt 2,60 Euro (Preisstufe A) für die Fahrt – etwa 120 Prozent also.

Für Arno Jansen, Fraktionsvorsitzender der Neusser SPD, ein Rätsel: "Durch die erhöhten Preise im ÖPNV sind viele Berufspendler weiterhin aufs Auto angewiesen. Dies hat Einfluss auf die Staubildungen im Berufsverkehr und stellt eine erhebliche Belastung für Pendler aus Neuss und anderen Städten sowie für Messebesucher dar. Eine Verbesserung des ÖPNV hätte also auch eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes zur Folge. Ich bin seit 1999 Mitglied im Rat der Stadt Neuss und seit dem ärgert mich diese völlige Fehlentscheidung. Die SPD-Fraktion wird auch weiterhin nicht locker lassen, bis dieser Unsinn korrigiert ist", so der Ratsherr. Und wieso wird die Wabe nicht einfach wieder abgeschafft? "Das Thema stellt sich uns überhaupt nicht", so ein Sprecher der Stadtwerke Neuss, "es ist eine politische Entscheidung. Außerdem ist es seit 15 Jahren Stand der Dinge." In Neuss bedeutet das dann wohl: Teuer hat hier längst Tradition...

 

(Kurier-Verlag)