| 15.22 Uhr

Das erste Mal in der Ratssitzung: Stadt-Kurier-Mitarbeiter berichtet

Das erste Mal in der Ratssitzung: Stadt-Kurier-Mitarbeiter berichtet
Beim Stadt-Kurier sammelt Mitarbeiter Fabian Embrich erste journalistische Erfahrungen. Besonders die Lokalpolitik hat sein Interesse geweckt. FOTO: Thomas Broich
Neuss. Stadt-Kurier Jung-Mitarbeiter Fabian Embrich ist dabei, seine ersten Einblicke aus der Sicht eines Lokal-Journalisten zu gewinnen. Seine Kollegen und Mentoren hielten es für eine gute Idee, ihren Praktikant ins Rathaus zu schicken, damit er die politischen Köpfe der Stadt Neuss kennenlernt. Die Gesichter, die der Leser sonst von der Wahlkampfaktion am Bügeleisen in der Fußgängerzone (Reiner Breuer) kennt, die er bei "Mutti" Merkels Besuch kennenlernen konnte oder die er bei "Neussers Freud und Lust", unserem Schützenfest, trifft. Hier gibt es eine Zusammenfassung der Eindrücke seines ersten Ratssitzungsbesuches: Von Fabian Embrich

Der Einladung zum öffentlichen Teil der Tagung bin ich gefolgt und sitze pünktlich um 16 Uhr im Pressebereich des Ratssaals. Eine heitere Stimmung liegt in der Luft – im Foyer wird Kaffee ausgeschenkt, außerdem gibt es Kuchen, Donuts und sonstige Leckereien. Einige Ratsmitglieder machen sich die Mühe und begrüßen die Pressevertreter. Zu Beginn der Ratssitzung gibt es wie immer die sogenannte Einwohnerfragestunde. Ich schaue die Besucherränge hinauf: Gemessen an den unzufriedenen Facebook-Kommentaren, die der Politik bei manch einem Post des Stadt Kuriers entgegen kommen, müsste da oben alles vollbesetzt sein. Das ist leider nicht der Fall und eine Frage gibt es auch nur fast. Einer der wenigen Bürger, die den Weg ins Rathaus gefunden haben, zieht nach seiner Meldung doch zurück. Schade. Tagesordnungspunkt 7 "Konzept zum bezahlbaren Wohnraum in Neuss 2030" bringt bei manch einem Ratsmitglied ungeahntes Comedy-Potential hervor. Bürgermeister Herbert Napp ist ganz vorne dabei: "Sie tun so, als seien wir schon im Wahlkampf." Die Wortbeiträge lösen Lachen und Beifall durch Trommeln auf den Tischen aus. Herbert Napp voll in Fahrt: "Das Ganze grenzt langsam an Sachbeschädigung." – Großes Gelächter im gesamten Saal. Insgesamt war der Unterhaltungsfaktor für ein Kaffeekränzchen eher befriedigend. Es gibt noch Luft nach oben, liebe Abgeordneten! Den ernsthaften politischen Content lasse ich an dieser Stelle außen vor. Und während ich diese Zeilen schreibe, freue ich mich schon auf den kommenden Besuch, bei dem das Gremium wieder heiter über Themen, wie dass Nerze gegen W

indkraft sein müssen, debattiert.

(Kurier-Verlag)