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Kardinal Meisner verstorben
Der Alterzbischof war gerne in Neuss

Der Alterzbischof war gerne in Neuss
Kardinal Meisner bei der Einführung von Monsignore Guido Assmann als Oberpfarrer am Quirinusmünster. FOTO: Franz Domgans
Neuss. Die Totenglocke des Quirinusmünsters läutete am heutigen Mittag, 5. Juli, um 12 Uhr und verkündete die Trauer über den Tod des emeritierten Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner, der am Morgen während seines Jahresurlaubs verstorben ist.

Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann äußerte sich traurig über den Tod des langjährigen Bischofs von Köln. "Kardinal Meisner stand zu seiner Überzeugung. Das habe ich an ihm immer sehr geschätzt", sagte Assmann, der am 1. Juni 1990 von Kardinal Meisner im Kölner Dom zum Priester geweiht und im August 2007 von ihm als Kreisdechant und Oberpfarrer des Quirinusmünsters in Neuss eingeführt wurde. "Mehr als 20 Jahre habe ich seinen Namen täglich im Hochgebet der Messfeier genannt und fühle mich mit ihm sehr verbunden!" sagte Assmann weiter.

In Neuss war der Erzbischof gerne. Sei es auf dem Weihnachtsmarkt, den er schon mal besuchte, oder bei kirchlichen Anlässen. 300 Jahre Obertorkapelle und 800 Jahre Grundsteinlegung des Quirinusmünsters (2009) sind in guter Erinnerung. "Wir in Neuss können es seinem persönlichen Einsatz verdanken, dass das Quirinusmünster gegen manche römischen Wiederstände von Papst Benedikt XVI. zur Basilika minor erhoben worden ist", weiß der Neusser Oberpfarrer. In manchen Sitzungen des Priesterrates, bei vielen Festgottesdiensten und anderen Begegnungen war Kardinal Meisner als Bischof präsent.

Seine den Menschen zugewandte Art konnte man immer dann gut erkennen, wenn er in Pfarreien war und den Kindern begegnete. Hier zeigte sich der Pastor im Bischof. Ein Wesenszug, der in den Medien nicht immer zu vermitteln war. "Zweimal wollte er mir Aufgaben im Erzbistum übertragen und hat mich zum Gespräch nach Köln eingeladen. Dabei hat er meine Gedanken und Argumente immer gut angehört und in seine Entscheidungen einfließen lassen. Das tat gut zu wissen", weiß Monsignore Assmann heute im Rückblick. "Wir werden für ihn beten!" verspricht der Neusser Oberpfarrer und Dechant "und ich persönlich werde ihn vermissen."