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Bande hatte es auf Senioren abgesehen
Der Verdächtige Boban Veljkovic ist weiter auf der Flucht

Bande hatte es auf Senioren abgesehen: Der Verdächtige Boban Veljkovic ist weiter auf der Flucht
Hauptkommissar Detlef Sievers mit einigen mutmaßlichen Beutestücken, die noch keinen Besitzern zugeordnet werden konnten. FOTO: Thomas Broich
Neuss. In dieser Woche gelang der Neusser Polizei - in diesem Fall unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Detlef Sievers (von Freunden auch "Colt Seavers" genannt, nach Hauptfigur der US–Krimiserie "Ein Colt für alle Fälle") – gemeinsam mit den Kollegen der Polizei in Düsseldorf – ein Schlag gegen eine professionelle Einbrecherbande. Von Thomas Broich

Die sechsköpfige Gruppe (alle Mitglieder einer serbischen Familie) hatte sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert, in die Wohnung von Senioren in Neuss, Düsseldorf, Ratingen, Erkrath und Hilden einzudringen und diese zu bestehlen. Dafür nutzten die Verdächtigen Informationen, die sie als Angestellte eines Essenslieferdienstes sammeln konnten. Nachdem die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf Haftbefehle gegen sechs Verdächtige sowie Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt hatte, schlugen die Ermittler aus Neuss und Düsseldorf am Dienstag zu. Sie nahmen zwei Männer im Alter von 26 und 32 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 26 und 30 Jahren fest. Zwei Täter, gegen die ebenfalls Haftbefehle vorliegen, waren auf der Flucht, einer hat sich mittlerweile den Behörden gestellt. Die Verantwortlichen sollen im Juli 2014 beschlossen haben, die Trickdiebstähle, Wohnungseinbrüche und Computerbetrugstaten mit gestohlenen EC-Karten zu begehen. Sie suchten sich gezielt ältere Menschen als Opfer aus. Es ist davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer Tätigkeit wussten, wann die älteren Herrschaften in ihren Wohnungen oder zu welchen Zeiten sie abwesend waren. Gezielt brach die Bande dann in die Wohnungen ein oder es kam zu Diebstählen während der Essensauslieferungen. Insgesamt kassierten sie massenhaft Schmuck sowie Bargeld und EC-Karten ein. Den ersten, entscheidenden Hinweis erhielten die Neusser Polizisten, als sich ein Fall in ihrer direkten Nachbarschaft zur Polizeihauptwache auf der Jülicher Landstraße ereignete. Dort hatten sich die mutmaßlichen Täter eine ältere Frau ausgesucht, die sich seinerzeit im Lukaskrankenhaus befand.

Um sicher zu gehen, dass sie tatsächlich nicht zuhause war, meldete sich einer der Verdächtigen im Namen des Lieferdienstes bei einer Nachbarin, um sich nach dem Befinden der angeblichen Kundin zu erkundigen. Da der Anruf jedoch zu einem sehr späten Zeitpunkt geschah, schöpfte die Nachbarin Verdacht und alarmierte die Polizei. Für Kriminalhauptkommissar Detlef Sievers und seine Leute war das der erste Anhaltspunkt, von da an reihten sich die Hinweise und Erkenntnisse an einander wie Dominosteine, die schließlich ans Ziel führten.

DNA-Spuren, die an Tatorten gesichert wurden sowie weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungsergebnisse führten zu den Verdächtigen. Polizei und Staatsanwaltschaft ordnen der Bande bis jetzt 22 Straftaten zu.

Thomas Broich

(Kurier-Verlag)
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