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Ein schöner Plan: Further „Leuchtturm“ als Wahrzeichen des Inbus-Viertels Dr. Wunsch: „Geschichte bewahren“+++So soll das neue Areal aussehen

Ein schöner Plan: Further „Leuchtturm“ als Wahrzeichen des Inbus-Viertels Dr. Wunsch: „Geschichte bewahren“+++So soll das neue Areal aussehen
Bleibt der Further „Leuchtturm“ erhalten? FOTO: Foto: Retzlaff
Furth. Hurra – die Nordstadt soll grün werden...! Ein hehres Ziel, das bestimmt nicht erreicht werden kann, aber der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für das ehemalige Bauer & Schaurte-Areal macht seinem Namen alle Ehre: „Grüne Furth im Inbus-Viertel“. Von Rolf Retzlaff

21 Arbeiten wurden eingereicht, letztendlich hatte das Büro Konrath und Wennemar Architekten Düsseldorf die Nase vorn. „Die Grünflächen gehörten zu den Hauptgründen, weshalb sich die Jury für diesen Plan entschieden hat“, weiß Christoph Hölters, Beigeordneter für Planung, Bau und Verkehr. Ein weiteres Plus: Der Plan beinhaltet den Erhalt der Fassade des Verwaltungsgebäudes an der Further Straße, des Kamins in Verbindung mit einer Nahwärmezentrale und einer Sheddach-Halle, in der zum Beispiel kulturelle Nutzung möglich wäre sowie ein Quartierstreff, ein Jugendzentrum oder Beratungsangebote eingerichtet werden könnten. „Ich bin froh, dass einige Grundelemente beibehalten werden sollen und so Tradition bewahrt, Erinnerung ermöglicht und ein Stück Heimat transferiert wird“, sagt Dr. Albert Wunsch. Er hatte „als ganz normaler Bürger“ im vergangenen Jahr beim Landschaftsverband Rheinland einen Antrag auf Erhalt bestimmter Teile der Grundsubstanz gestellt und damit das Thema an die Öffentlichkeit gebracht. Jetzt geht er einen Schritt weiter: Er bittet darum zu prüfen, ob über die Vorgaben des Stadtarchivs hinaus die gusseisernen Bodenplatten der Halle, Hinweis- und Gefahrenschilder sowie Materialien aus den Büros erhalten und später in einer Vitrine ausgestellt werden könnten. Auch sollten Teile der Hallendachkonstruktion in neuen Gebäuden verbaut werden. Mit diesen Ideen wandte er sich an den SPD-Stadtverordneten Heinrich Thiel, der sofort eine entsprechende Anfrage an Bürgermeister und Beigeordneten formulierte.

Wie auch immer – das Inbus-Viertel wird das Gesicht der Nordstadt verändern. Hier einige Planungsschwerpunkte:

– Neben dem Hotel sollen Gebäude für Dienstleister und Wohnungen entstehen.

– Es soll maximal achtgeschossig gebaut werden.

– Der Weissenberger Weg soll als Rad-/Fußweg die grüne Achse aufnehmen.

– Eine Quartiersgarage in Bahnhofsnähe soll Stellplätze für Anwohner, Pendler und Quartiersbesucher bieten. Zudem soll es Tiefgaragen und Parkplätze im öffentlichen Raum geben.

– Die Zufahrt ins Quartier soll hauptsächlich über die Further Straße erfolgen aber auch über die Zufuhrstraße möglich sein. Die Further Straße müsste in Höhe Marienstraße verbreitert werden.

– Es gibt drei mögliche Kita-Standorte. Pro angefangenen 50 Wohneinheiten ist eine Kita-Gruppe vorgesehen.

– Der Plan sieht einen Vollsortimenter auf der Further Straße vor.

– In der Blockrandbebauung zum Bahnhof hin soll „schallunempfindliche Büronutzung“ untergebracht werden.

„Mit dieser Planung bekommen wir ein Stück Stadt zurück“, weiß Hölters. Aber er macht auch deutlich, dass der Entwurf jetzt noch im Einzelnen zu prüfen sei – unter anderem auf Wirtschaftlichkeit, denn die Eigentümer BEMA und der Acument-Insolvenzverwalter werden natürlich auch ein Wörtchen mitreden wollen. Für Hölters hat das Projekt „höchste Priorität“. So soll nach Möglichkeit das Bauleitverfahren bereits vor der Sommerpause eingeleitet werden.

Rolf

Retzlaff

(Kurier-Verlag)