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Einbruchserie in Neusser Ladenlokale: Händler fühlen sich nicht mehr sicher

Einbruchserie in Neusser Ladenlokale: Händler fühlen sich nicht mehr sicher
Unbekannte brachen die Sicherheitstüren der Tankstelle Hoisten auf, räumten Regale und Kassen leer. Mustafa Biyikli kann seither nicht mehr ruhig schlafen. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Neuss. Es ist der Horror für jeden Ladenbesitzer: Leergeräumte Regale und Kassen, weil sich Diebe in der Nacht gewaltsam Zutritt zu den Räumen verschafft haben. Ein Szenario, das sich in den vergangenen Wochen in Neuss gehäuft hat. Schlimmer noch: Die Täter werden offenbar brutaler und bedrohen die Angestellten am helllichten Tag – welche psychischen Folgen das für die Betroffenen haben muss, lässt sich nur erahnen. Sicher fühlt sich kaum noch jemand. Von Violetta Buciak

Mustafa Biyikli kann nachts nicht mehr ruhig schlafen. Seitdem Unbekannte in der Nacht zum 26. Februar seine Tankstelle in Hoisten komplett leergeräumt haben, kommt er nicht mehr zur Ruhe. "Manchmal werde ich um 2 Uhr wach und kontrolliere von Zuhause aus die Aufnahmen der Kameras, um zu gucken ob in meiner Tankstelle noch alles steht", gibt Biyikli zu. Von den Tätern gibt es bisher keine Spur. So wie ihm geht es derzeit mehreren Ladenbesitzern in Neuss. Innerhalb von einem Monat gab es hier rund zehn Einbrüche oder Raubüberfälle. Schlimmer noch trifft es Opfer von Raubüberfällen. "Der Unterschied zu Einbrüchen ist der, dass die Betroffenen hierbei mit Waffen bedroht werden", erklärt Diane Drawe, Pressesprecherin der Polizei. Einen solchen Fall gab es erst kürzlich im Leihhaus an der Michaelstraße. Die Angestellte wurde gefesselt und mit einer Schusswaffe bedroht.

Ein ähnlicher Vorfall passierte nur einen Monat früher in einer Postfiliale in Grimlinghausen. Der Täter packte der Kundin in die Haare und zog sie vom Frisierstuhl. "Hierbei sind die Betroffenen oft traumatisiert", bestätigt Drawe. Einen deutlichen Anstieg der Ereignisse erkennt die Polizei gegenüber zum Vorjahr jedoch nicht – auch nicht, dass die Taten brutaler geworden sind. "Zu laufenden Zahlen können wir keine genauen Angaben machen. Ich kann aber versichern, dass es keine Auffälligkeiten gibt", so Drawe.

Für Biyikli ein schwacher Trost. Er fühlt sich nicht mehr sicher.

 

(Kurier-Verlag)