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Event-Größe Marc Pesch soll’s richten
Familienfreundliche Events sollen Galopprennbahn retten

Familienfreundliche Events sollen Galopprennbahn retten
Was wird aus der Galopprennbahn? Der Reiter- und Rennverein will den Betrieb mit familienfreundlichen Events retten. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. Die Nachricht über das mögliche Aus für den Galoppsport in Neuss erregte viel Aufsehen. Ab 2020 soll der Betrieb auf der Rennbahn stillstehen. Ein Umstand, mit dem sich der Neusser Reiter- und Rennverein (NRRV) aber nicht abfinden will. Mit einem neuen Konzept und familienfreundlichen Events sollen die Massen wieder gelockt werden. Dafür holte der Verein den Erfolgsgaranten in Sachen Veranstaltungsplanung, Marc Pesch, ins Boot. Von Violetta Fehse

In trockenen Tüchern sei der Vertrag noch nicht. "Es gab aber bereits konstruktive Gespräche und wir sehen die Notwendigkeit, grundlegende Veränderungen vorzunehmen", so NRRV-Präsident Jan Antony Vogel.

Für das zweite Halbjahr hat der Verein viel geplant. Angedacht sind zuschauerfreundlichere Zeiten, Rennen sollen vermehrt an Feiertagen und Sonntagen stattfinden. Zusätzlich soll dem sportlichen Ereignis ein Eventcharakter verpasst werden.

"Insbesondere für Familien soll es ein vielseitiges Rahmenprogramm geben. Dabei soll der Sport natürlich weiterhin im Mittelpunkt stehen", verspricht Vogel. Auch Mottotage hat der Verein angedacht. "Uns schwebt vor, Kooperationen mit den Karnevalisten, Schützen oder den umliegenden Autohäusern in die Wege zu leiten. So bekommen unsere Zuschauer mehr geboten und unsere Partner bekommen die Möglichkeit, sich vorzustellen", erklärt der Präsident. Auch in puncto Gastronomie stehen Veränderungen auf dem Plan. "In den rund vier Stunden, an denen sich die Gäste auf dem Rennbahngelände aufhalten, soll es den Zuschauern an nichts fehlen", sagt Vogel.

Um diese ambitionierten Pläne in die Tat umsetzen zu können, holte sich der Reiter- und Rennverein Marc Pesch zur Unterstützung. Mit Publikumsmagneten wie der Further Wintergaudi oder der "Party der Stadt" hat der Allrounder gezeigt, wie man die Massen lockt. "Man kann die Hoffnung haben, dass sich was auf der Rennbahn tut. Wenn wir aus 500 Zuschauern 1.500 Zuschauer machen, haben wir schon viel erreicht. Ich stelle mir Winter-Events im Januar oder Rennen zum Oktoberfest-Motto im Herbst vor. Da sollten wir uns ein Beispiel an erfolgreichen Rennveranstaltungen in Deutschland nehmen", erklärt Pesch.

Erst Anfang Dezember wurde das vorläufige Ende der rund 140-jährigen Galoppgeschichte in Neuss beschlossen. Die Verträge zwischen Neuss Marketing und NRRV wurden nicht verlängert, weil keine überzeugenden Konzepte vorlagen. Nach jetzigem Stand würde ab dem 1. Januar 2020 kein Rennen mehr stattfinden. Ein Szenario, das nicht nur der Reiter- und Rennverein verhindern will. "Wir haben noch Hoffnung und möchten hier auch noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass nach wie vor Gesprächsbereitschaft besteht. Wir begrüßen die Pläne des Vereins, ein neues Konzept aufzustellen", sagt CDU-Fraktionschefin Helga Koenemann. Dem Vorhaben, einen Betrag von 100.000 Euro für die Überplanung des Rennbahngeländes in den Haushalt einzustellen, um dort eine Multifunktionshalle zu bauen, erteilte die CDU eine klare Absage.

 

(Kurier-Verlag)
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