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Fast 160 neue Spender wollen helfen, Moni Prinz’ Leben zu retten

Moni Prinz
Moni Prinz FOTO: Thomas Broich
Neuss. Sonntag war wieder ein großer Tag für Moni Prinz. Gut gelaunt präsentierte sie sich der Öffentlichkeit bei der Typisierungsaktion im Johanna-Etienne-Krankenhaus. "Heute bin ich gut drauf", sagt sie, "und das, obwohl ich in zwei Wochen schon keine Haare mehr haben werde!" Von Thomas Broich

Mit ihrer strahlenden Laune und ihrem blendenden Aussehen hatte die an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Moni Prinz bereits ihr erstes Ziel erreicht: den Menschen zu zeigen, dass ein gutes Leben trotz Krebs möglich ist - auch wenn die nächste Chemotherapie bereits vor der Tür steht.

Ob das zweite und vielleicht wichtigste Ziel erreicht wurde, einen Stammzellenspender für Moni zu finden., muss sich noch zeigen. Die Auswertung der Testergebnisse läuft derzeit auf Hochtouren.

Doch auch ein drittes Ziel wurde absolviert: die Besucher des Aktionstages gut zu unterhalten. Das bunte Rahmenprogramm mit Kinderbelustigung, Kaffee, Kuchen, Tombola und Musik von Monis Band "Stormy Silence" hatte den richtigen Fun-Faktor. Bereits die erste Typisierungsaktion im "redhot" bei "Polo" in Jüchen im Februar hatte 250 neue Namen in die Spenderliste der Knochenmarkspenderzentrale gebracht.

Die Suche nach dem "Perfect Match" für Moni und andere Krebskranke kann also weitergehen.

Die Mitarbeiter der Spenderzentrale hatten am Sonntag alle Hände voll zu tun. Per Speichelprobe (Wangenabstrich) konnten sich Interessierte unter dem Motto "Stäbchen rein, Spender sein" vollkommen unkompliziert beteiligen. Mitmachen konnte jeder im Alter von 15 bis 55 Jahren. Sie können damit rund 8.000 Menschen helfen, die in Deutschland jährlich an Leukämie oder anderen Blutkrankheiten erkranken. Alle 60 Minuten wird eine Leukämie-Erkrankung diagnostiziert. Einige der Erkrankten können durch Medikamente geheilt werden. Ist eine solch Behandlung jedoch nicht möglich, kann nur eine Übertragung gesunder Blutstammzellen helfen.

In dieser Phase ist jetzt Moni Prinz. Eine Behandlung mit eigenen Stammzellen zeigte nur zeitweise Wirkung. Sie braucht jetzt ihren "Perfect Match", einen Stammzellenspender, von dem zehn entscheidende genetische Fingerabdrücke auf ihren passen müssen. Die Ersttypisierung kostet 50 Euro. Daher lohnt es sich, die Knochenmarkspenderzentrale zu unterstützen. Die bei der Veranstaltung im Etienne eingenommenen Spenden aus einer Verlosung wandern auch in diese Finanzierung. In der Reha-Einrichtung im Etienne-Krankenhaus ist Moni Prinz als Gesundheitsberaterin beschäftigt. Daher weiß sie nicht nur aus der eigenen Erfahrung heraus, wie wichtig es ist, dass Krebskranke am "normalen" Leben teilhaben können, Dinge tun, die ihnen Freude machen, ihre Psyche stärken.

Insgesamt haben sich im Etienne Krankenhaus 159 Neuspender registrieren lassen. "Ein sehr schöner Erfolg! Zusammen mit der Aktion, die Moni Prinz schon vor ein paar Wochen bei Polo in Jüchen initiiert hat, haben sich insgesamt 400 Menschen registrieren lassen, um vielleicht eines Tages einmal der passende Spender für einen Erkrankten zu sein", berichtet Anette Herda von der Knochenmarkspendezentrale.

Knapp 2500 Euro (aufgrundet) sind an Spendengeldern eingegangen.

Anette Herda: "Da jeder neu gewonnene Blutstammzellspender die Chance für einen Erkrankten erhöht, einen passenden Spender zu finden, ist es sehr wichtig, freiwillige Stammzellspender zu gewinnen."

(Kurier-Verlag)