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Turnhallen müssen belegt werden+++Verwaltung überfordert
Flüchtlingswelle erreicht Neuss

Flüchtlingswelle erreicht Neuss
In den kommenden Stunden kommen mehr Flüchtlinge als erwartet in Neuss an. FOTO: Frank Möll
Neuss. Lange wurde darüber diskutiert, jetzt sind sie da: Neuss erwartet in den nächsten Stunden so viele Flüchtlinge, dass Notlösungen her müssen. Die Lage sei akut.

Laut internen Informationen reichen die Unterkünfte an der Rennbahn und die Räumlichkeiten im St.-Alexius-Krankenhaus nicht mehr aus. Stattdessen sollen jetzt die Sporthallen der örtlichen Schulen für die Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Ob der Sportunterricht dadurch komplett ausfallen muss und die Vereine ihre Aktivitäten ruhen lassen müssen, ist derzeit unklar.

Dass die Flüchtlinge nun in einer so hohen Zahl in Neuss unterkommen sollen, trifft die CDU-geführte Stadtverwaltung überraschend. Bei Informationsveranstaltungen hieß es immer, dass Neuss gut kalkuliert habe und durch die frühzeitige Einrichtung des St-Alexius-Krankenhauses Zeit gewinnen konnte. Dem ist offenbar nicht so.

Das St.-Alexius-Krankenhaus reicht für die Flüchtlinge, die Neuss in den nächsten Stunden erwartet, nicht aus. FOTO: Violetta Buciak

Die Neusser CDU erklärt dazu:

Da die zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen (ZUE) überfüllt sind, prüft die Stadt Neuss notgedrungen, nun auch Sporthallen, Mehrzweckhallen und Winterzelte für die Unterbringung der Flüchtlinge bereit zu stellen.

Kurzfristig erwartet die Stadt, weitere Flüchtlinge vom Land zur vorübergehenden zentralen Unterbringung übernehmen zu müssen. Die geplanten Festbauten sind für die Flüchtlinge vorgesehen, die in der Stadt Neuss dauerhaft bleiben. Container sind zurzeit erst in sieben bis acht Monaten erhältlich.

Die Stadtverwaltung prüft deshalb, städtische Hallen und Versammlungsräume für die Unterbringung heran zu ziehen. Im Fokus stehen Sporthallen, in denen Duschen und Toiletten vorhanden sind. Möglicherweise muss die Stadt auch auf winterfeste Zelte zurückgreifen.

Hierzu erklären Thomas Nickel, Bürgermeisterkandidat der CDU, die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann und der CDU-Vorsitzende Dr. Jörg Geerlings:

"Flüchtlingen in Not müssen wir helfen. Das katastrophale Versagen des Landes darf nicht auf dem Rücken der Flüchtlinge, aber auch nicht auf dem Rücken der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger, der Schulen und der Sportvereine ausgetragen werden.

Die CDU wird mit der Stadtverwaltung zusammen arbeiten und eine Liste mit Alternativvorschlägen von freien Gebäuden in unserer Stadt zusammenstellen. In Betracht kommt beispielsweise, ungenutzte Gebäude von Unternehmen kurzfristig für die Flüchtlinge anzumieten.

Wir wollen vermeiden, dass Neusser Sporthallen oder gar Zelte heran gezogen werden müssen.

Dank der vorausschauenden Arbeit von Bürgermeister Herbert Napp und der Stadtverwaltung haben wir die Möglichkeit, die der Stadt Neuss für die dauerhafte Unterbringung zugewiesenen Flüchtlinge ordentlich unterzubringen. Thomas Nickel spricht mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen und Schulen, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.

Wir rufen auch die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen auf, geeignete leerstehende Gebäude zu melden, in denen kurzfristig Flüchtlinge untergebracht werden können.

Die Flüchtlingspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen ist ein Skandal. Das Land ist nicht einmal mehr in der Lage, die in seiner Verantwortung liegende Unterbringung der ankommenden Flüchtlinge vor ihrer Verteilung auf die Kommunen zu gewährleisten."