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Fraktionschef bleibt vorsichtig – „So richtig reißt du dich ja nicht um den Posten...“

Fraktionschef bleibt vorsichtig – „So richtig reißt du dich ja nicht um den Posten...“
Arno Jansen im Wahlkreis 16, Weckhoven-West. Hier ist Jansen aufgewachsen und hier hat er einen Großteil seines Lebens verbracht. Bei den Bürgern ist er bekannt und beliebt. FOTO: Foto: Thomas Broich
Neuss. Ein Ideengeber mit höheren Ambitionen? Der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Neuss Benno Jakubassa, würde SPD-Fraktionsvorsitzenden Arno Jansen gern als Neusser Landtagskandidaten sehen, doch Jansen gibt sich (noch) bedeckt. Von Thomas Broich

Wenn ein Kritiker ihm jedoch vorwirft: „So richtig drum reißen tust du dich nicht...“, antwortet Jansen mit einem: „Wir warten mal ab, bis es soweit ist! Die Landtagswahl ist erst im Mai 2017 und bis dahin wird die SPD mit Sicherheit einen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin gefunden haben.“ Ein richtiges Dementi klingt anders... Für sein liebstes Hobby, das Tauchen hätte Arno Jansen (42) dann deutlich weniger Zeit, doch daran soll es natürlich nicht scheitern.

Schmerzhafter wäre vermutlich die Tatsache, dass er mehr Zeit in der Landeshauptstadt Düsseldorf verbringen müsste, da Arno Jansen fest im Neusser Ortsgeschehen verwurzelt ist. Der Jurist hat ein sicheres Gefühl für Themen, die den Neusser wichtig sind und für die dazugehörigen pragmatischen und oft überraschenden Lösungen. So machte er jetzt mit seinen Überlegungen zu der momentan festgefahrenen Diskussion um die geplanten Jugendstil-Schenkung und den damit verknüpften Neubau des Clemens-Sels-Museum von sich reden, obwohl er dem Ganzen durchaus kritisch gegenübersteht. Jansens Grundüberlegung: „Da auf dem Gelände rund um das Clemens-Sels-Museum mit großer Sicherheit viele Bodendenkmalsschätze unter der Erde verborgen sind, wird die große Lösung’ für das Museum ohnehin nicht durchführbar sein. Warum sollte man nicht über einen Neubau an einer ganz anderen Stelle nachdenken? Die Museumsinsel Hombroich etwa würde sich für die Unterbringung der Jugendstil-Sammlung geradezu anbieten.“ Im Rathaus setzt man sich damit nun intensiv auseinander. Auch die benachbarte Raketenstation in Holzheim wird als Standort fürs Clemens-Sels-Museum in Betracht gezogen. Einen konkreten Antrag gibt es allerdings noch nicht. Die Zukunft des Museums bleibt erst einmal ungeklärt. Eine Entscheidung will der Neusser Stadtrat am 15. April treffen. Die CDU hatten den Wendersplatz am Hafen für einen Neubau in die Diskussion gebracht und Bürgermeister Reiner Breuer könnte sich dafür das Münsterschul-Areal vorstellen.

Letzterer Fall wäre jedoch auch nicht unproblematisch, da die Entwicklungsfortschritte auf dem Gelände ins Stocken geraten sind. Die ehemalige Münsterschule – die schon längst dem Erdboden gleich machen wollte – steht immer noch und der Bauherr, Immobilienentwickler BPD, wartet nach wie vor auf eine rechtssichere Grundlage, um mit dem Abbruch beginnen zu können. Aber auch hier ist Arno Jansen

zuversichtlich: „Da tu sich was, denn immerhin ist es Bürgermeister Reiner Breuer gelungen, die Konflikt-Parteien wieder ins Gespräch zu bringen.“

(Kurier-Verlag)