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Michael Ziege: „Wir dürfen das Tierwohl nicht überhöhen“
Grünpflege: Kommunikation des Umweltdezernenten in Kritik

Grünpflege: Kommunikation des Umweltdezernenten in Kritik
Als umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion hat Michael Ziege die Lage der Grünflächen im Blick. FOTO: Foto: Violetta Buciak
Neuss. Aus der aktuellen Berichterstattung über die Personalsituation im städtischen Grünbereich folgert der stellvertretende SPD-Vorsitzende und umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Michael Ziege, dass Umweltdezernent Matthias Welpmann in diesem Bereich bisher "nicht mit glücklicher Hand und im Handeln nicht nachvollziehbar" agiere. Als Beispiel nennt er den Algenalarm auf dem Weiher im Stadtgarten. Seien an einem Tag keine Maßnahmen notwendig, müsse dagegen nur drei Tage später schnell gehandelt werden.

Ziege erinnert an die Diskussion rund um das Jröne Meerke in der Nordstadt, wo bis heute keine wirksame Lösung im Umgang mit den Gänsen habe gefunden werden können. Stattdessen sollten die Gänse nach Aussage des Umweltdezernenten nunmehr als "Attraktion" betrachtet werden. "Die berechtigten Anliegen der Anwohner und Besucher des Jröne Meerke werden mit solch einer spöttischen Äußerung schlicht und ergreifend ignoriert", empört sich Michael Ziege. "Wir müssen über ein Gesamtkonzept nachdenken, das Mensch und Tier im Einklang betrachtet, dürfen aber das Tierwohl nicht überhöhen.”

Ziege kritisiert ebenso die aus seiner Sicht unqualifizierten Äußerungen der CDU-Fraktion hierzu in den vergangenen Monaten. "Unter der vormaligen CDU/FDP-Koalition samt ihrem ehemaligen Bürgermeister Napp ist auf dem Rücken der Mitarbeiter der Personalbestand bis weit über die Schmerzgrenze reduziert worden." Auch sei nicht erst seit gestern bekannt, dass ein Grünkataster fehle.

Erst der neue Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) habe nun damit begonnen, dieser katastrophalen Entwicklung ein Ende zu machen und den Personalbestand in der Grünpflege wieder zu erhöhen. Laut Bericht der Verwaltung in der letzten Ratssitzung sind seit Jahresanfang sechs AWL-Beschäftigte in der Grünpflege eingesetzt, weitere vier Stellen konnten neu besetzt werden, zehn unbesetzte Stellen werden zurzeit besetzt.

Michael Ziege appelliert an die schwarz-grüne Ratskoalition, zu einer sachorientierten Gesprächskultur und Arbeit in den Ratsgremien zurückzukehren.

Die zukünftige Organisation der Bereiche Umwelt und Stadtgrün, die Verbesserung der personellen Ausstattung und der große Handlungsbedarf an vielen Ecken im Stadtgebiet sollten genug Anlass sein, sich gemeinsam für das Neusser Stadtgrün einzusetzen und auch hier nicht mehr länger "beleidigte Leberwurst" nach einer verlorenen Wahl zu spielen, so Ziege.

(Kurier-Verlag)