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Grippewelle noch nicht überstanden: Kommt das Schlimmste erst auf uns zu?

Grippewelle noch nicht überstanden: Kommt das Schlimmste erst auf uns zu?
Die Grippewelle hat Neuss und Kaarst immernoch im Griff. FOTO: S. Hofschlaeger/pxelio
Neuss/Kaarst. Sie ist derzeit allgegenwärtig und niemand vor ihr sicher: Die Grippewelle legt so manchen Betrieb lahm, sorgt bundesweit für Ausfälle und dauert gefühlt schon eine Ewigkeit. Wie es Neuss und Kaarst bisher getroffen hat und warum Ärzte davor warnen, dass noch lange kein Grund zur Entwarnung besteht, lesen Sie im Folgenden. Von Violetta Buciak

Sie fühlen sich müde, haben Fieber, Schnupfen und Husten? Dann sind Sie aktuell in bester Gesellschaft. Die erschreckende Nachricht: Ein Ende der Grippewelle ist noch nicht in Sicht. Im Gegenteil. Die aktuellen Daten der Arbeitsgruppe Influenza (AGI) des Robert-Koch-Instituts zeigen: Die Zahl der Fälle steigt immer noch an – besonders in Nordrhein-Westfalen.

7.256 Neuerkrankungen gab es in der vergangenen Kalenderwoche (8. Woche). In der Woche zuvor waren es 6.251, in der sechsten Kalenderwoche sogar "nur" 4.563 Fälle von Influenza. Damit stieg die Zahl der Grippeerkrankten in Deutschland auf insgesamt 26.886.

Auch der Blick auf den Praxisindex bestätigt diesen Trend. Demnach ist die Anzahl der Arztbesuche wegen Grippesymptomen in der achten Kalenderwoche sogar höher als der Vergleichswert aus dem Jahr 2012/2013. Und auch ein Blick in Neusser und Kaarster Institutionen zeigt, dass kaum ein Betrieb ohne Ausfälle auskommt. Stefan Kremer, Schulleiter des Gymnasiums Norf ist dennoch guter Dinge: "Unsere Krankheitszahlen im Februar 2015 liegen etwas höher als 2014, nämlich bei circa 25 Schülern pro Tag gegenüber circa 15 bis 18 im Februar 2014. Grundlage ist hier unsere Schülergesamtzahl von 1.280. Dies beeinträchtigt unseren Unterricht der einzelnen Klassen eher "normal", es gibt keine halbleeren Klassen oder so etwas. Bei den Lehrkräften gilt: Die allermeisten sind fit! Von 105 sind etwa zwei pro Tag erkrankt. Zu Beginn des Jahres waren diese Zahlen etwas höher, wir hoffen also, den Höhepunkt an Krankheitsausfall hinter uns zu haben", so Kremer. Und auch im Lukaskrankenhaus ist die Lage noch weit entfernt von dramatischen Schreckensmeldungen. "Wir verzeichnen in allen Arbeitsbereichen Ausfälle. Dennoch haben wir alles im Griff – wohl deshalb weil wir gut und schnell umorganisieren konnten", beschwichtigt Pressesprecherin Ulla Dahmen. Was auffalle sei ein regelrechter Ansturm auf die Kinderklinik, besonders zu den Nachtstunden: "Die meisten kommen mit Grippesymptomen. Hier können wir aber auch nur raten, sich auszuruhen und zum Allgemeinmediziner zu gehen, wenn es nicht besser wird. Bei Babys und schlimmeren Fällen ist der Weg zu uns natürlich der Richtige", erklärt Dahmen. Impfungen lohnen sich übrigens nicht mehr, die Wirkung würde sich nicht rechtzeitig entfalten. Die Pressesprecherin rät: "Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen!"

(Kurier-Verlag)