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Grundsatzdiskussion über Gewerbeflächen ausgebrochen

Grundsatzdiskussion über Gewerbeflächen ausgebrochen
FOTO: Violetta Fehse
Neuss. Soll Neuss mehr Flächen für Unternehmen zur Verfügung stellen oder ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Umweltschutz und Lebensqualität oder Wirtschaftskraft und finanzielle Sicherheit – darüber streiten die Fraktionen derzeit und haben dabei ungewöhnliche Konstellationen entwickelt. Von Violetta Fehse

Wohl in kaum einer Stadt erlebt man, dass SPD und FDP sich einig sind oder Argumente der CDU mit Beifall von den Linken bedacht wird. In Neuss war das beim jüngsten Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung der Fall. Dort entbrannte eine emotionale Diskussion zum Gewerbeflächengutachten – eigentlich ein altes Thema.

Roland Sperling, Fraktionschef der Linken, kritisierte, dass der Bedarf in dem Gutachten einzig und allein auf die Nachfrage der Industrie abzielte. "Wenn es danach geht, könnten wir unendlich Fläche für Gewerbe zur Verfügung stellen. Was aber die Menschen nachfragen, die in unserer Stadt leben, wird überhaupt nicht berücksichtigt. Deshalb sollte uns zunächst einmal klar werden, wo die Entwicklung der Stadt Neuss hingehen sollte", so der Fraktionschef. Dem pflichtet Waltraud Beyen von der CDU bei. "Mehr Gewerbe bedeutet mehr Wohnungsbau, bedeutet mehr Kitas. Dieser Kreislauf wird sich ewig so weiterentwickeln oder wir können ihn stoppen. Die Verkehrslast ist schon jetzt nicht mehr tragbar."

Ganz anderer Ansicht ist SPD-Fraktionschef Arno Jansen, der argumentiert: "Es geht nicht gleich um die Bebauung der Flächen, sondern um Entwicklungsperspektiven. Schon jetzt wandern Neusser Traditionsunternehmen in andere Städte ab, weil sie hier keine Möglichkeiten haben, sich zu vergrößern. Wir sollten für die Zukunft zumindest so planen, dass wir Flächen zur Verfügung stellen können, wenn wir es wollen." Eine Diskussion, die ganz sicher fortgeführt wird.

 

(Kurier-Verlag)