| 12.04 Uhr

Gut behütet durch das Fest: Nur der König setzt Seinen nie auf

Gut behütet durch das Fest: Nur der König setzt Seinen nie auf
Die Hüte gehören zum Schützenfest dazu wie die Marschmusik zur Parade. Ein Fest ohne die traditionellen Kopfbedeckungen ist undenkbar. FOTO: Foto: privat
Neuss. Ohne seinen Hut geht ein Schütze über die Festtage nicht aus dem Haus. Aber nicht nur die Herren, sondern auch echte Nüsser Röskes setzen auf elegante Kopfbedeckung. Gerade zur Parade darf es gern ein ausgefalleneres und farbenfrohes Modell sein. Aber warum ist der Hut für unsere Schützen so wichtig? Dr. Britta Spies, Leiterin des Schützenmuseums, hat sich schlau gemacht und nennt alle Fakten um das wohl wichtigste Accessoire in den kommenden Tagen. Von Violetta Buciak

In der Ausstellung "Rund um den Hut. Von Schützehüten und Hutgeschichte(n)" bekommen Interessierte spannende Einblicke in die Welt der (Schützen-)Hüte. Vom Ursprung bis zu den Entwicklungen und der Herstellung werden alle Themengebiete abgearbeitet. Um der Frage auf den Grund zu gehen, warum Menschen überhaupt angefangen haben, Kopfbedeckungen zu tragen, musste Spies ganz weit in die Vergangenheit forschen. Denn schon in der Antike trugen die Griechen runde Kappen. "Damals hatten Kopfbedeckungen noch praktische Gründe. Sie sollten Schutz vor der Sonne bieten oder im Winter wärmen", erklärt die Fachfrau.

Bilderstrecke: Hüte FOTO: Violetta Buciak/Schützenmuseum

Später wurden sie zum unverzichtbaren Modeutensil, Kopfbedeckungen galten als Symbol – sei es für die Reinheit im Fall des Schleiers oder für die Religion. Aber warum tragen die Schützen Hüte?

Auch für diese Antwort musste Spies eine Menge Literatur sichten, denn zu den Anfangszeiten der Bruderschaften gab es keine Uniformen, es gab noch nicht einmal einheitliche Kleidung und auch keine Paraden. "Das Schützenfest, so wie wir es heute kennen, entwickelte sich mit den Gründungen der Schützenvereine", weiß die Museumsleiterin. Denn hier setzten die Mitglieder im Gegensatz zu den Bruderschaften auf die Außenwirkung, wollten neue Schützen dazu gewinnen und nach außen hin wie eine einheitliche Gruppe wirken.

Noch bevor es Schützenuniformen gab, einigten sich die Mitglieder meist darauf, Hüte zu tragen. Dabei unterscheiden sich die Kopfbedeckungen noch bis heute von Region zu Region. Oft sind die Kopfbedeckungen an Modelle von traditionellen Trachten angelehnt, manchmal, wie im Fall der Zylinder, entsprangen sie der damaligen Mode. Auch das Militär diente als Inspirationsquelle. Die Uniform hat heute eine große Bedeutung als Erkennungs- und Identifikationsmerkmal der einzelnen Schützenbruderschaften und -vereine. Bleib noch eine Frage offen: Warum trägt der König seinen König seinen Zylinder nur in der Hand, statt auf dem Kopf? "Es gibt nicht auf alles eine Antwort", lacht Spies.

(Kurier-Verlag)