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Hören ist so wichtig Politiker sollen´s tun, und: Es gibt keinen „Dreck“ in den Ohren

Hören ist so wichtig Politiker sollen´s tun, und: Es gibt keinen „Dreck“ in den Ohren
Viel los in der Neusser City: Am Donnerstag hörten viele auf Professor Dr. Andreas Neumann aus Neuss. Dem Top-Experten auf dem Gebiet der Hörgerät-Implantate. Bundesweit hilft kein Arzt so vielen Patienten, bei denen normale Hörgeräte nicht mehr helfen.
Neuss. Wer einmal erlebt hat, wie sich ein Mensch freut, der das erste Mal hören kann, wird dies nie vergessen. Von Frank Möll

Eine Welt ohne Musik, ohne die Stimme des Partners, ohne Kinderlachen, das Singend er Vögel, das Geräusch des auf die Wiese prasselnden Regens- eine traurige Welt!

Aber es gibt in Neuss jemanden, der sein Leben der Medizin gewidmet hat, um anderen Menschen einen Sinn wieder zu geben: Professor Dr. Andreas Neumann aus dem Neusser Lukaskrankenhaus.

Wenn bei hochgradig Schwerhörigen kein konventionelles Hörgerät mehr hilft, können Hörhilfen unter die Kopfhaut implantiert werden. Der Chefarzt der HNO-Klinik am Lukaskrankenhaus Neuss, ist in Deutschland einer der renommiertesten Ärzte bei diesen komplexen Eingriffen, in NRW hat er die größte Zahl dieser Operationen vorzuweisen.

Nun hat der Experte auf dem Gebiet der Hörgeräte-Implantate auf einem Kongress der Deutsch-Spanischen HNO-Gesellschaft vor Kollegen aus Mittel- und Südamerika über dieses Thema referiert.

"In ganz Lateinamerika gab es bisher nur einige vereinzelte Eingriffe dieser Art", berichtet der Chefarzt. Doch das Interesse an dieser Methode ist groß, nun wurde aus Neuss Hilfestellung geleistet.

Die Methode funktioniert über ein Implantat unter der Kopfhaut und ein außen am Kopf liegendes kleines Mikrophon. Anders als bei den bekannten Hörgeräten werden bei den Implantaten keine Schallsignale verstärkt. Vielmehr wandeln die Hörhilfen die Signale in mechanische Schwingungen um. Über dem Implantat sitzt außen am Kopf in einem kleinen Magnet das Mikrofon, das den Schall aufnimmt. Der Schall wird in elektrische Signale umgewandelt, an das Implantat geleitet, dort wieder in mechanische Schwingungen umgewandelt – und vom Innenohr dann als akustische Signale erkannt.

Seit 2012 werden diese Eingriffe in Deutschland vorgenommen, von Beginn an auch durch Prof. Neumann. Mehr als 30 Männern und Frauen hat er auf diese Weise bereits geholfen; eine Erfahrung, von der die Kollegen aus Südamerika nun profitieren möchten.

Auch da fragten ihn die Menschen bei den Untersuchungen: "Herr Doktor, habe ich eigentlich Dreck im Ohr, sind meine Ohren sauber?" Eine Frage, die er und sein Team häufiger hört und die seine Ärzte ganz einfach beantworten: "Sie meinen den Ohrenschmalz. Der ist wichtig und kein Dreck."

Als gläubiger Christ kennt sich Neumann in der Bibel ganz gut aus und hat von den Wundern gehört, die Jesus Christus zugeschrieben werden: Taube hören wieder und mit seinem Speichel hat er Blinde zu sehenden gemacht. Das, was lange Zeit unvorstellbar und unglaubwürdig war, gelingt Professor Neumann jetzt 2000 Jahre später. Aber über Wasser können die im "Lukas" noch nicht gehen...

 

Kolumne

Liebe Hörer!
Peng! Die haben doch den Schuss nicht gehört! Politiker sollten den Bürgern (und Wählern) mehr zuhören, denn "wenn man den Schuss nicht mehr hört, ist man vielleicht schon getroffen", wusste schon Roland Voß, deutscher Systemprogrammierer und Hobbyaphoristiker.
Vielleicht hat es die CDU verstanden und hört nach den Wahlniederlagen heute auf ihrem Sicherheitsparteitag in Neuss mal auf das, was der Bürger will, denn wer Ohren hat zu hören, der höre! (Markus, 4)
Martin Gerhard Reisenberg gibt Tipps dazu: "Oft reicht es wirklich schon aus, dem Volke nur aufs Maul zu schauen! Die Ohren können dabei anderweitig benutzt werden." Walter Ludin, ein Kollege aus der Schweiz, schreibt uns:
"Es wurde schon alles gesagt aber nicht alles gehört."
Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux, französischer Liebeslustspieldichter, sieht es differenzierter: "Nur ein Narr hört alles, was ihm zu Ohren kommt." Recht hat er, sollen sie doch ruhig weiter weghören. Ich habe Feierabend. Frank Möll

 

 

 

(Kurier-Verlag)