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Haufenweise Müll blockiert tagelang Rettungswege – Bürger sind sauer

Haufenweise Müll blockiert tagelang Rettungswege – Bürger sind sauer
Hier sollen Rettungsfahrzeuge durchpassen. „Nicht einmal der Postbote kam mit seinem Fahrrad an dem Müll vorbei!“, beschwert sich Gerd Bartnik, genervter Anwohner. FOTO: Hanna Loll
Erfttal. Nicht einmal von der Dachterrasse des Hauses nebenan kann man ein Foto schießen, auf dem der gesamte Müll zu sehen ist: Auf der Euskirchener Straße spielte sich in der vergangenen Woche wieder Haarsträubendes ab. Eine Rettungszufahrt zu drei Häusern war tagelang derartig mit Müll zugestellt, dass selbst der Postbote mit seinem Rad nicht mehr hindurch kam...  Von Hanna Loll

Von alten Rohren über Parkettdielen, offene Farbeimer und Hausmüll bis hin zu mehreren Sofas und zersplitterten Glasscheiben häuft sich der Müll auf dem Fußweg zu einigen Häusern der Eurskirchener Straße an. Dabei war der angemeldete Sperrmüll bereits am Vortag abgeholt worden – kaum 24 Stunden später ist der Weg wieder versperrt. "Kinder haben in dem Müll gespielt und sich an Glasscherben die Hände verletzt", zeigt sich der Anwohner und Familienvater Gerd Bartnik genervt. Am schlimmsten findet der ehemalige Feuerwehrmann allerdings etwas anderes: "Dieser Weg ist der einzige Rettungsweg zu den Häusern 14, 18-20. Was ist, wenn dort jemand einen Herzinfarkt hat oder irgendwo ein Feuer ausbricht? Und auch wenn es bei uns zu Hause brennen würde, würde unser Fluchtweg nach hinten hinaus führen – und wir wären abhängig von der Feuerwehrzufahrt."

Dort ist allerdings absolut kein Durchkommen. Der Postbote musste absteigen und sein Rad vorsichtig vorbeischieben, Mütter streifen mit ihren Kinderwagen die angrenzende Hauswand – die hat schon einige Schäden einstecken müssen, wie Bartnik, Eigentümer des Hauses, erklärt:"Viele Menschen durchsuchen nachts den Sperrmüll nach etwas, das sie gebrauchen können. Dabei werfen sie Gegenstände von einer Seite zur anderen, was nicht nur laut ist und meinen Kindern und mir den Schlaf raubt, sondern auch schon Macken in meiner Hauswand hinterlassen hat. Den Schaden muss ich jetzt ersetzen." Alle zwei Monate ärgert sich Bartnik darüber, denn die Rettungszufahrt ist regelmäßig durch Müll blockiert. 

Auch von der Dachterrasse aus gibt es keine Möglichkeit, den gesamten Sperrmüll auf ein Foto zu bekommen. FOTO: Hanna Loll

Über drei Tage waren die Rettungswege blockiert, inzwischen ist der Sperrmüll zum Glück wieder beseitigt. Und noch mehr hat sich getan: Besitzer des Grundstücks ist der Bauverein. Auch der sieht die Lage kritisch und will sich jetzt auf Bartniks Vorschlag hin für freie Rettungswege an der Euskirchener Straße einsetzen: "Wir werden zu den Feuerwehr-Hinweis-Schildern noch zusätzliche Schilder anbringen, die darüber informieren, dass es untersagt ist, dort Sperrmüll oder anderen Müll abzulegen sowie Fahrzeuge dort abzustellen", erklärt Heiko Mülleneisen vom Bauverein. "Zudem werden wir unsere Mieter mit einem Wurfzettel informieren und für dieses Thema sensibilisieren, dass sie dort aus eigenem Interesse keinen Sperrmüll entsorgen und zeitig die AWL über einen Abtransport informieren." Die Verkehrssicherungspflicht sei nach wie vor ein wichtiges Thema für den Bauverein. 

Bartnik hofft nun, dass die Schilder wilden Müll in Zukunft verhindern werden – damit seine Nachbarn und Familie in Zukunft wieder sicher und ruhig schlafen können. 

Das Hinweisschild der Feuerwehrzufahrt versinkt im Müll. FOTO: Hanna Loll
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